Fußball - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Fußball

• aus DER SPIEGEL 24/1982
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Datum: 14. Juni 1982 Betr.: Fußball

Wenn's in der Redaktionskonferenz um Fußball geht, stehen die für den Sport im SPIEGEL zuständigen Redakteure Walter Gloede und Hans-Joachim Nesslinger nicht allein: Eine satte Mehrheit der Kollegen aus den anderen Ressorts äußert sich als Experten, die sie zu sein glauben - kein immer leichtes Spiel für die Profis Gloede und Nesslinger.

Ihr Beitrag zum Start der Weltmeisterschaft 1982 in diesem Heft, ein Bericht über die (überschätzte?) Bedeutung der Trainer ("Einzelgänger diktieren im Mannschaftsspiel«, Seite 176), wird durch Kolumnen zweier Autoren ergänzt, die es nun wirklich wissen müssen: Ernst Happel, Meistermacher des HSV, und Max Merkel, Retter des Karlsruher SC vor dem Abstieg. Dem Wiener Merkel, Meister im schönen Schmäh, verdankt der SPIEGEL schon manchen Treffer, vor allem Merkels Kollegen hatten sie einzustecken. Den Bundestrainer Schön porträtierte er als (zu) gute Seele: »Ihn zu enttäuschen ist so, als wenn man im Salon auf den Teppich gepinkelt hat.« Den Schön-Nachfolger Derwall ernannte er, ein für allemal, zum »Häuptling Ondulierte Silberlocke«.

Der SPIEGEL versteht sich nicht als Spielverderber. Aber Sportberichterstattung im Geiste des Turnvaters Jahn kann seine Sache nicht sein. SPIEGEL-Titel würdigten den damals siebenfachen deutschen Fußballmeister FC Nürnberg (1948), den Torschützen Uwe Seeler (1960) und »Beckenbauer Superstar« (1974), beschrieben aber auch »Das Geschäft mit der Bundesliga« (1965), enthüllten »Falsches Spiel in der Bundesliga« (1971). Im SPIEGEL erklärte, mit guten Gründen, der wohl beste deutsche Fußballspieler, Bernd Schuster, 1981 seinen Ausstieg aus dem Derwall-Team: »Ich bin nicht Breitners Rasenmäher.« Paul Breitner sagte daraufhin ein geplantes SPIEGEL-Interview ab: Der Schuster-Artikel sei, so kurz vor der WM, ein Dolchstoß gegen die Nationalmannschaft.

Wie die sich, ohne Schuster, vom Mittwoch an auch schlagen mag, zwei Tage nach dem Endspiel in Madrid erscheint das SPIEGEL-BUCH Nr. 25 »Fußballweltmeisterschaft«. Es ist, unter anderem, ein illustriertes Kompendium über sämtliche deutsche WM-Spiele (Qualifikation und Turnier) seit 1934. Bis jetzt waren das 77, in Spanien können sieben dazukommen. Aber auch, behüte, nur drei.

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