GAITSKELLS GLAUBE - DER SPIEGEL
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Briefe

GAITSKELLS GLAUBE
• aus DER SPIEGEL 29/1957
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GAITSKELLS GLAUBE

Glaubt denn außer Herrn Gaitskell noch sonst jemand in der Welt wirklich, daß die Russen ihre Radarstationen auf dem Thüringer Wald und Harz, ihre strategischen Linien an Elbe, Oder und Weichsel, ihre politische Macht in Berlin, Warschau und Budapest auf leere Verträge hin räumen werden, daß Ulbricht den Ast absägen wird, auf dem er sitzt? Wenn die Amerikaner Europa verlassen, hat nämlich der Kommunismus endgültig gesiegt.

Verden (Aller) DR. HENNING

Feststeht jedenfalls, daß der Gaitskell -Plan eine konstruktive Antwort - etwas Positives - an die Adresse der Russen ist, förmlich eine Herausforderung zum Farbebekennen. Und leider auch »die perfekte Nichtachtung des Gaitskell-Planes in Deutschland« ...

Welche Partei dürfte es auch wagen, zu einem Plan Stellung zu nehmen, der eben in der Oder-Neiße-Frage Entscheidungen fordert? Soviele Träume zu zerstören, soviele Stimmen zu verlieren! Zumindest zu riskieren. Denn das »Wie sag ich's meinem Kinde?« hat man bisher keusch versäumt.

Bietigheim DR. ROSA WEEGE-LIPOVSKY

Macht dieser Plan nicht bestürzend deutlich, in welch verfahrener Lage sich die deutsche Wiedervereinigungspolitik befindet? Die Initiative unserer Regierung beschränkt sich auf die empörte Ablehnung aller Pläne. Selten hat eine Regierung in einer solchen Lebensfrage, wie sie die Wiedervereinigung für unser Volk darstellt, soviel Hilflosigkeit und Unfähigkeit gezeigt. Mich wundert nur, daß die Öffentlichkeit so ziemlich alles mit Stillschweigen übergeht. Wozu haben wir eigentlich eine Oppositionspartei? Wo ist der Adenauer- oder Ollenhauer-Plan zur Wiedervereinigung?

München 27 HELMUT GARTNER

Diplom-Kaufmann

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