Gao Yaojie - DER SPIEGEL
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Gao Yaojie

• aus DER SPIEGEL 47/2003
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Gao Yaojie , 77, Ärztin und Aids-Aktivistin aus der Provinz Henan schlug den Behörden ein Schnippchen. Weil die lokale Regierung verhindern wollte, dass sie an einer wichtigen Aids-Konferenz mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in Peking teilnähme, setzte sie sich einen Tag vorher in den Zug als geplant. So entging sie den Funktionären, die sie auf dem Bahnhof der Provinzhauptstadt Zhengzhou abfangen wollten. Noch in Peking versuchten zwei weitere Genossen, sie vor dem Konferenzort aufzuhalten. Die beiden wurden aber selbst von Sicherheitskräften am Eingang fortgeschickt. Grund für die Schikane: Medizinerin Gao hat mit dafür gesorgt, dass ein ungeheuerlicher Skandal in ihrer Heimat publik wurde: Arme Bauern, die ihr Blut verkauften, hatten mit dem HI-Virus infiziertes Blut zurückgespritzt bekommen. Seither sterben in der Provinz ganze Dörfer aus. Die Behörden wollen die Affäre am liebsten totschweigen und behindern deshalb die Arbeit Gaos, die sich trotz ihres hohen Alters um die Opfer kümmert.

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