GARANTEN - DER SPIEGEL
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Briefe

GARANTEN
• aus DER SPIEGEL 45/1968
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

GARANTEN

(Nr. 41/1968, Bonn)

Obwohl wir uns mit dem Inhalt des Artikels nicht ausführlich befassen wollen, möchten wir Ihnen doch unser Mißfallen über die Bezeichnung »Hiwis« oder »Zivil-Hiwis« für die bei den amerikanischen Streitkräften beschäftigten deutschen Arbeitnehmer ausdrücken.

Wiesbaden

DIE DEUTSCHEN ARBEITNEHMER DER AMERIKANISCHEN LUFTWAFFE IN WIESBADEN

Wir Arbeitnehmer der gastierenden Stationierungsstreitkräfte haben zu einem Zeitpunkt Vertrauen bei unseren damaligen Gegnern erworben, als in Regierungskreisen noch gar nicht daran gedacht werden konnte und Ihr Verlag noch nicht aus der Taufe der Nachkriegsjahre gehoben war. Unsere Arbeitsleistung, Zuverlässigkeit und Fleiß waren die Garanten unserer Arbeit für die heutige Regierung.

Ich hoffe mit diesem Brief dem Autor des Artikels klargestellt zu haben, daß die 100 000 Arbeitnehmer keine »Zivil-Hiwis« sind.

Nürnberg HEINRICH HESS

Wenn ein Bundesbürger die Anlagen der deutschen Behörden putzt, beheizt, wartet; wenn er für sie als Fahrer tätig ist, wenn er -- wie zum Beispiel in meinem Falle -- in unzähligen Konferenzen für deutsche und alliierte Gesprächspartner dolmetscht oder Tausende von Schriftstücken der Bundes-, Länder- oder örtlichen Behörden in Englisch oder umgekehrt die der US-Behörden in Deutsch übersetzt, so übt er einen ehrbaren Beruf aus, solange er in deutschen Diensten steht. Tut er dasselbe und steht in amerikanischem Dienst, dann ist er ein »Hiwi«!???

Diese Interpretation ist zumindest neu und originell, obgleich nicht geradezu schmeichelhaft, und I cannot help it, but you find me mildly puzzled ...

Wie kommt der Verfasser auf die Zahl von 100 000? Und wieso »deutsche Zivil-Hiwis«? Bei den circa 3800 nichtamerikanischen Arbeitnehmern im Wiesbadener Raum finden Sie Angehörige von 41 oder 42 Nationen.

Wiesbaden CHARLOTTE TODT*

Der Ausdruck »Hiwis«, wie er hier in diesem Zusammenhang steht, entstand, als russische Gefangene und Überläuter unter der Wlassow-Armee, damals bei Leningrad stationiert, gegen die russische Armee kämpfen sollten. Der Ausdruck »Hiwis« -- Hilfswillige -- steht also für Gefangene oder Überläufer, die bereit sind, gegen ihr Vaterland zu kämpfen. Zu diesem Artikel sei auf Artikel IX, Absatz 4 des Nato-Truppen-Statuts hingewiesen, der besagt, daß der örtliche Bedarf einer Truppe oder eines zivilen Gefolges an zivilen Arbeitskräften in gleicher Weise wie der vergleichbare Bedarf des Aufnahmestaates und mit Unterstützung seiner Behörde über die Arbeitsvermittlungsstellen befriedigt wird: Auffassung des Verfassers zwischen Bediensteten der Bundeswehr und Bediensteten der Alliierten Streitkräfte?

Waldrach (Rhl.-Pf.) DIETER ZEDLER

Seit Finanzminister Schaeffer 1955 für die Bundesregierung mit den Gewerkschaften einen Tarifvertrag für die bei den drei westlichen Alliierten beschäftigten Personen abschloß, ist der Status dieses Personenkreises ungeklärt. Obwohl vor Kommunal-, Bundestags- oder Landtagswahlen alle Vertreter der regierenden Parteien immer wieder betonen, daß ihnen das Schicksal dieser Arbeitnehmer eng am Herzen liegt, wurde seit mehr als 13 Jahren nichts für diese Gruppe getan. Diese Hiwis sind seit Jahren tätig und haben ihren Beitrag zur gemeinsamen Verständigung beigetragen. Auf Grund ihrer Stellung sind diese »Hiwis« im öffentlichen Dienst beschäftigt, bisher wurde ihnen aber aus finanziellen und politischen Gründen die Aufnahme in den öffentlichen Dienst verweigert.

Die Vorteile, die ein Arbeitnehmer bei den Stationierungskräften heute ge

* Technische Dolmetscherin und Übersetzerin beim Oberbefehlshaber der US-Luftstreitkräfte in Europa.

fließt, sind äußerst gering. Es kann sogar behauptet werden, daß das Arbeitsklima für die Zivilbeschäftigten heute schlechter ist als zur »Besatzungszeit«.

Wir können nicht von den westlichen Alliierten verlangen, daß sie unsere Belange berücksichtigen, wenn die eigene Regierung und mit ihnen alle politischen Parteien uns nicht helfen will.

Kaiserslautern GEORG ENGELHARDT*

* Erster Vorsitzender der BBV der 7. US-Armee

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