Geburtsdatum - DER SPIEGEL
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Briefe

Geburtsdatum
• aus DER SPIEGEL 18/1950
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Geburtsdatum

In Nr. 10 befindet sich eine rührende, aber nicht ganz zutreffende Darstellung: die bedauernswerte 93jährige Oma Magdalena Twesten, inzwischen dank Rundfunk und Presse geradezu berühmt geworden, ist nämlich gar nicht das Opfer der bösen Entnazifizierung, sondern - sagen wir einmal - des Briefträgers geworden. Hätte der nicht wissen, zumindest aber von dem »rüstigen 69jährigen Sohn« der alten Dame (wie der Rundfunk schelmisch feststellte) erfahren müssen, daß in dem winzigen Dorf Hunden, Krs. Harburg, zwei Magdalenen Twesten wohnhaft waren, von denen die 47jährige, die es offenbar nötig gehabt hat, sich entnazifizieren zu lassen, ins Nachbardorf verzogen war? Ihr waren Gebührenmahnung und später der Gerichtsvollzieher zugedacht gewesen. Sicherlich lacht sie sich heute ins Fäustchen, falls nicht inzwischen der Gerichtsvollzieher den Weg zu ihr gefunden hat.

Die »Moral von der Geschicht'« ist eine Anordnung, wonach sich im Bezirk Lüneburg auf Dienstschreiben neben der Anschrift auch das Geburtsdatum des Empfängers - leider auch das der Empfängerinnen - befinden wird.

Hannover

FRITZ TOBIAS

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