FUTTERMITTEL Gedopte Rösser
Bei Routineuntersuchungen von Futtermittelimporten aus Deutschland entdeckten jetzt auch österreichische Veterinäre das Skandalhormon MPA. Wegen des möglichen »Verdachts auf Doping« von Renn- und Springrössern durch den verbotenen Zusatz im Pferdefutter alarmierten die Österreicher vergangene Woche das deutsche Verbraucherschutzministerium. Anfragen bei deutschen Pferdezüchtern brachten auffällige Schwierigkeiten von rossigen Stuten zu Tage; das Landesgestüt von Nordrhein-Westfalen etwa hat eine um 20 Prozent verminderte Fruchtbarkeit festgestellt. Ausgelöst hatte den Ende Juni publik gewordenen Hormonskandal ein Nachwuchsproblem niederländischer Schweinezüchter. Die MPA-Verseuchung ging auf Pharma-Abfälle aus Irland zurück, die eine belgische Firma an die niederländische Futter- und Lebensmittelindustrie weiterverkauft hatte. Schon geringfügige MPA-Belastungen im Pferdefutter, warnt Michael Schönbauer, Leiter des Veterinärmedizinischen Labors Innsbruck, störten die Fruchtbarkeit von Stuten »empfindlich«. Das Verbraucherschutzministerium will jetzt mit Reiterverbänden über die Verbesserung der Futtermittelqualität beraten.