Geeigneter Ort
Nr. 4/1999, Denkmalstreit: Henryk M. Broder über das Holocaust-Mahnmal als Kompromißpaket
Broder, der sprachliche Hau-drauf-Kasper im Mahnmalstreit, prügelt mal wieder meine Mahnmalidee. Damit es gescheit drastisch wird, macht er aus meinem Riesenrad ein »Super-Riesenrad«, aus Güterwaggons gleich »Viehwaggons« und beleidigt meine Arbeit obendrein als »peinlich, mißglückt und blamabel«. Daß Sie und Ihr Dilettantenclub aus Presse, Politik und Wissenschaft dabei viele gute Entwürfe und auch mein Riesenrad gar nicht begreifen konnten, ist kein Trost angesichts der Misere.
HÖRZHAUSEN (BAYERN) RICHARD GRUBER
BILDHAUER
Es steht außer Frage, daß der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden muß, doch darf meiner Meinung nach hierbei keine Opfergruppe bevorzugt werden. Darüber hinaus sollte von Peter Eisenmans Denkmalentwurf abgesehen werden. Für ein Mahnmal gibt es weitaus geeignetere Orte, wie zum Beispiel das Prinz-Albrecht-Gebäude. Die Fundamente des Prinz-Albrecht-Palais könnten ausgegraben und mit Gedenktafeln versehen werden, um zu verdeutlichen, welche Nazi-Verbrechen in diesem Haus geplant wurden.
OBERHAUSEN SASCHA CONCAS