Gefangenenaustausch mit Russland: Emotionale Wiedervereinigung von Geiseln und Angehörigen - DER SPIEGEL
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Emotionale Szenen bei Gefangenenaustausch »Hier ist Mama, kannst du mich hören?«

Nach fast 500 Tagen Ungewissheit kann Evan Gershkovichs Mutter ihren Sohn wieder in die Arme schließen – und wird direkt von ihm in die Luft gehoben. Zuvor spielten sich im Oval Office bewegende Szenen ab.

Endlich in Freiheit. Journalist Evan Gershkovich wird in der Nacht zu Freitag erst von US-Präsident Joe Biden und Vize Kamala Harris empfangen – und dann von seiner Mutter. Gerhskovich ist einer von 16 Gefangenen, die wenige Stunden zuvor aus russischer Haft freigetauscht wurden. Auch Ex-US-Marine Paul Whelan und die russisch-amerikanische Journalistin Alsu Kurmasheva saßen mit in dem Flieger.

Zuvor durften die Angehörigen vom Oval Office des Weißen Haus aus zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mit ihren Liebsten telefonieren.

Danielle Gershkovich, Schwester von Evan Gershkovich:

»Ich vermisse dich so sehr.«

Ella Milman Mutter von Evan Gershkovich:

»Hier ist Mama, kannst du mich hören? Hier ist deine Mutter.«

Alsu Kurmasheva (Am Telefon):

»Ich bin so glücklich, wir sehen uns bald wieder.«

Familienmitglieder von Kurmasheva:

» Wir sind im Oval Office! «

Alsu Kurmasheva (Am Telefon):

»Tschüss, ich liebe euch.«

Wenige Stunden zuvor auf einem Flughafen in der türkischen Hauptstadt Ankara: Mit drei Maschinen soll der Gefangenenaustausch stattgefunden haben – der größte zwischen Russland und dem Westen seit Ende des Kalten Krieges. Russische Fernsehbilder zeigten, wie neben Gerhskovich und Whelan auch der Deutsche Patrick Schöbel in Russland zu einem Flugzeug geführt wird. Schöbel drohten sieben Jahre Haft wegen des Besitzes von sechs Cannabisgummibärchen. Insgesamt 16 Geiseln aus den Regimen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko kamen am Donnerstagnachmittag frei.

Von Ankara aus wurden die insgesamt fünf deutschen Staatsbürger nach Deutschland geflogen, wo Bundeskanzler Scholz sie in Empfang nahm.

Olaf Scholz, Bundeskanzler:

»Zunächst mal die gute Nachricht: Alle sind wohlbehalten hier angekommen. Viele haben nicht damit gerechnet, dass das jetzt passiert und sind immer noch sehr voll der Gefühle, die damit verbunden sind, nun ganz plötzlich doch in Freiheit sein zu können. Viele haben um ihre Gesundheit und auch um ihr Leben gefürchtet. Das muss sehr klar gesagt werden.«

Im Tausch musste der Westen acht Russen freilassen, die Kremlchef Wladimir Putin in Moskau begrüßte. Darunter der Profikiller Vadim Krasikov, bekannt als »Tiergartenmörder« und zwei in Slowenien verurteilte russische Spione und, mehrere in den USA verurteilte Kriminelle sowie weitere Spione Moskaus.

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