Geiseln des Systems - DER SPIEGEL
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Briefe

Geiseln des Systems
• aus DER SPIEGEL 28/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Geiseln des Systems

Nr. 26/2001, Regierung: Der Reform-Bluff - warum die Sozialabgaben schon wieder steigen

Der Verzicht auf den grenzdebilen Kollektivregress soll die Krankenkassenbeiträge in die Höhe treiben. Die gebetsmühlenhafte Wiederholung ungeeigneter Konzepte bleibt eine Antwort auf die Frage schuldig, warum die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung für ihre Luxusbeiträge eine Gesundheitsversorgung von zunehmend zweifelhafter Qualität erhalten. Diese sind nicht Kunden, sondern Geiseln des Systems - denen willfährige und geschwätzige Politiker aller Parteien abwechselnd höhere Beiträge abpressen oder Leistungen kürzen.

WIESBADEN THOMAS N. VALLEN

Es wäre eigentlich an der Zeit, die geschilderten »Schieflagen« im Gesundheitswesen zu beseitigen: durch flächendeckende Qualitätssicherung und -kontrollen bei allen Ärzten, aber auch bei allen anderen, inklusive den Kassen, durch leistungsgerechte Bezahlung aller im Gesundheitswesen Beteiligter und vor allem durch eine bundesweite Gesundheitsaufklärung der Bevölkerung. Wenn dies nicht kommt, droht uns eine knallharte Rationierung in der Versorgung kranker Menschen. Hören Sie dann aber endlich auf, »die Ärzte« zu den Sündenböcken der Nation zu machen.

BERLIN DR. B. LEVENSON

Sie schreiben: Die Ausgaben für Rente, Pflege und Arbeitslosigkeit haben vor allem nach der Wiedervereinigung dramatisch zugenommen. Ich vermisse den Hinweis, dass die allgemeinstaatliche Aufgabe der Wiedervereinigung zum großen Teil allein von den Beitragszahlern der Sozialversicherung finanziert wurde. Wo war und ist der Beitrag derjenigen, die dieses Zwangssystem nicht finanzieren? Unsere Politiker nehmen gern das Wort Solidargemeinschaft in den Mund, aber keiner hat diese in Form einer Mitgliedschaft in der Sozialversicherung dokumentiert.

EPPSTEIN (HESSEN) PETER MOHR

Nun wissen es auch die SPIEGEL-Leser: Die propagandistisch aufgebauschten Reformen bringen uns keinerlei Entlastung. Unterm Strich ist alles ein großer Bluff, ein Nullsummenspiel. Kein Wunder, wenn man Nullen am Ruder sitzen hat: Null plus Null ergibt niemals mehr als Null!

STUTTGART HEIKO WIPPITSCH

Stetig steigende Steuern und Sozialabgaben bei ständig abnehmenden Leistungen, die zu zusätzlicher Eigenvorsorge zwingen, treiben gerade die jüngeren Generationen in die Armut. Wie lange dauert es noch, bis eine Rebellion gegen diesen Un-Sozialstaat ausbricht, weil es auch die neue Regierung, wieder einmal, nicht »gepackt« hat, den »Laden komplett umzukrempeln«?

TASCHKENT (USBEKISTAN) NORBERT MEYER

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