HAUPTSTADT I Geldquelle Brandenburger Tor
Mit spektakulärem Pomp soll das Brandenburger Tor, das seit zwei Jahren zwecks Renovierung eingerüstet und mit Planen verhängt ist, am Tag der Deutschen Einheit enthüllt werden. Nach Plänen der privaten »Stiftung Denkmalschutz Berlin«, die das Wahrzeichen im Auftrag der Stadt saniert, soll ein Ballon eine eigens zur Feier angelegte Verhüllung der Quadriga lüften und davonschweben lassen. Gleichzeitig sollen die Werbeplanen der Telekom zu Boden gleiten. Für das Gernegroß-Ereignis mit Musik und Feuerwerk erhoffen sich die Organisatoren eine Million Zuschauer vor Ort samt Prominenz aus Wirtschaft und Politik - von Sportmode-Unternehmer Willi Bogner bis zu Michail Gorbatschow. Fernsehanstalten sollen das Enthüllungsspektakel nach Vorstellung der Veranstalter weltweit übertragen. Die umstrittene Stiftung, die von der Telekom bereits über drei Millionen Euro für die prominente Werbefläche kassiert hat, verspricht sich von der Vermarktung des Prestigeobjekts offenbar noch einen letzten warmen Geldregen: Allein die Werbefläche auf dem Ballon könnte 300 000 Euro einbringen. Erwogen wird auch der Verkauf von Souvenirs, etwa Tragetaschen aus den Resten der Telekom-Werbeplane, oder die Versteigerung von Original-Sandsteinstückchen des 1791 von Carl Gotthard Langhans erbauten Tores.