KONGO Geldsuche für Goldminen
Die Vereinten Nationen suchen dringend Investoren, die sich nach vierjährigem Bürgerkrieg und Rückzug der ausländischen Truppen wieder der heruntergewirtschafteten Gold- und Diamantenminen annehmen. Fünf Länder hatten den wahrscheinlich rohstoffreichsten afrikanischen Staat während der Kämpfe besetzt: Angola, Namibia und Simbabwe unterstützten im Süden und Westen die Regierung von Präsident Kabila, den Osten und Norden beherrschten Ruanda und Uganda sowie von ihnen abhängige Rebellenmilizen. Gemäß einem separaten Friedensabkommen zogen sich jetzt die etwa 22 000 ruandischen Soldaten zurück, letztes Wochenende wollten auch Simbabwer und Angolaner das Land verlassen. Alle Kriegsparteien hatten die Rohstoffvorkommen ausgeplündert und so ihre Waffengänge finanziert. Ruanda, Uganda und Simbabwe bauten in Ostafrika eigens ein Handelsnetz mit Verbindungen nach Griechenland, Belgien und Sri Lanka auf, um die Bodenschätze zu Geld zu machen. Allein Ruanda hat laut einem Uno-Bericht über 20 Millionen Euro monatlich mit dem Export von Coltan verdient, das für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt wird. Von der gleichzeitig erhobenen Diamantensteuer profitierte auch die berüchtigte Rebellenbewegung RCD, die nach wie vor im Osten des Kongo sitzt und selbst rund 720 Kilogramm Gold und 29 Tonnen Coltan jährlich fördert, zum Teil mit Hilfe von Gefangenen. Nach einem britischen Geheimdienstdossier sollen kongolesische Milizen darüber hinaus dem Irak Diamanten und Gold angeboten haben, möglicherweise sogar Uran - im bisherigen simbabwischen Besatzungsgebiet liegt jene Mine, aus der die Amerikaner 1945 den Rohstoff für ihre Hiroschima- und Nagasaki-Atombomben bezogen. Trotz des Friedensschlusses zögern internationale Banken jedoch, sich in der früheren belgischen Kolonie zu engagieren. Die Führung in Kinshasa sei bei der Einhaltung von Verträgen stets notorisch unzuverlässig gewesen, so ein Experte vom Südafrikanischen Institut für Internationale Beziehungen. Zudem flackern im Norden und Osten die Kämpfe zwischen verfeindeten Volksgruppen und Milizen wieder auf.