GENF
(Nr. 18/1954, Daniel, u. Nr. 20/1954, Internationales)
... so ist es doch jetzt eine unbestreitbare Tatsache geworden, daß sich Frankreich und damit die freie Welt nach anfänglichem, nicht unverschuldetem »Kolonialkrieg« nunmehr einer typischen, mit den modernsten kriegerischen Mitteln durchgeführten Aggression Moskau-Pekings gegenübersieht..., daß es also tatsächlich nur um die Frage der Beherrschung weiterer großer Landstriche durch den Kommunismus geht ...
Berlin
Dr. Friedrich Padel
... man sei doch recht zurückhaltend mit den Bezeichnungen »Rot« und »Kommunisten« bei den asiatischen Völkern. Leider
konnten sich ja - zum Teil mit Recht - der internationale Kommunismus und die Sowjet-Union zum »anti-imperialistischen« Helfer der Kolonialvölker aufwerfen, welch letztere nun von den Anglo-Amerikanern kurzweg ebenfalls als kommunistisch bezeichnet werden. Das ist eine (von Westdeutschen im allgemeinen kritiklos übernommene) Begriffsverwirrung, die noch hanebüchener wird, wenn die »nicht-kommunistischen« als »freie« Lander bezeichnet werden. Das Allertraurigste ist, wenn sich westdeutsche Wirtschaftler in ihrer Fühlungnahme nach solchen - von anderen, interessierten Mächten ausgegebenen - Begriffsbestimmungen richten und einschränken.
Deli (Sumatra)
Dr. F. Reichmann
Da schreiten auf einem Bild (SPIEGEL 20/1954, Seite 14), einträchtig in ein Gespräch versunken, Mister Dulles und Monsieur Bidault ... Sie erscheinen uns als etwas senile Abgesandte immerhin großer Nationen, die
immer noch nicht begriffen haben, daß sich Moskau mit dem Anti-Kolonialismus verbunden hat und daß es zu spät ist, diesen Pakt zu zerreißen. Es wird in Ostasien weitergehen, mehr oder weniger blutig, und - ganz kurz gesagt - der weiße Mann bekommt dort jetzt seinen Lohn. Die Auszahler sind rot - daß sie es sind, haben zum großen Teil die Empfänger dieser Lektion verursacht.
Hille (Westfalen)
Friedhelm Pflieger