"Ich bin nicht als Leibfigaro unterwegs" Gerd Bacher
verhalf nach dem Krieg mit »Bild-Telegraf« und »Express« der Boulevard-Presse in Österreich zu neuem Leben, führte den Buchverlag Fritz Molden zum Erfolg und spielte als Generalintendant des Österreichischen Rundfunks und Fernsehens (ORF) von 1967 an so selbsbewußt »auf der größten Orgel des Landes« (Bacher über das ORF), daß Wiens sozialistischer Bundeskanzler Bruno Kreisky 1974 den Sender per Gesetz wieder fester an die Regierung band; Bacher verlor sein Amt. Mit einem Anspruch auf eine ORF-Pension in Höhe von rund 5000 Mark netto (Bacher: »Das reicht dann für die Spesen") im Rücken sucht er seitdem nach einem neuen Dauer-Job. Nach vergeblicher Kandidatur für den Posten des ZDF-Programmdirektors nahm Helmut Kohl den heute 50jährigen bis zur Bundestagswahl unter Vertrag. In der deutschen Medien-Branche halt sich unterdessen das Gerücht, der Verleger des »Stern« wie die der »Süddeutschen Zeitung« dächten an ein Engagement des quicken Salzburgers.