Gerd Bucerius
Gerd Bucerius, 52, auch »Buzi« genannter Hamburger Verleger und CDU-Bundestagsabgeordneter, muß sich von Parteifreunden nachsagen lassen, daß der von ihm verlegte »Stern« als einziges deutsches illustriertes Blatt ein Photo aus dem skandalumwitterten Material des ehemaligen päpstlichen Leibarztes Riccardo Galeazzi-Lisi, 67, publiziert hat. Das im »Stern« auf anderthalb Seiten vergrößerte Kleinbild zeigt den offenbar schon in Agonie gesunkenen Pius XII. und wurde hinter dem Rücken der Schwester Pasqualina, die den mit dem Tode ringenden Papst gerade mit einem Sauerstoffgerät behandelt, aufgenommen. Fast gleichzeitig veröffentlicht die ebenfalls von Bucerius verlegte Wochenzeitung »Die Zeit« einen Artikel ihres Chefredakteurs Josef Müller -Marein, 51, der mit der Sensationsmache in der Presse abrechnet und im Hinblick auf die nebst Tagebuchaufzeichnungen verkauften Krankenbett-Aufnahmen des Galeazzi-Lisi von einem »wahrhaft weltweiten Skandal« spricht, von dem man nicht wisse, »ob er dem Stand der Journalisten oder der Mediziner mehr Schande« mache.