Gerda Hasselfeldt,
41, mit Anti-Raucher-Kampagnen aufgefallene Bundesgesundheitsministerin (CSU), nimmt klammheimlich Rücksicht auf die Zigarettenindustrie. Verwundert hatte sich der Münchner Journalist und Kinderbuchautor Matthias Hoppe bei der Ministerin erkundigt, warum auf den Zigarettenschachteln »der Bundesgesundheitsminister« vor den gesundheitlichen Risiken des Rauchens warne, »wo doch jedermann weiß, daß Sie eine Frau sind«. Die CSU-Politikerin schob in einem Antwortschreiben zunächst eine Sozialdemokratin als Verantwortliche vor: Der Hinweis auf Gesundheitsgefährdung sei »während der Amtszeit der Bundesgesundheitsministerin Huber« (1976 bis 1982) eingeführt worden. Darüber hinaus aber macht die Ministerin sich Sorgen um die Ertragssituation der Tabakfirmen: Eine »jeweilige Anpassung« würde für die Zigarettenindustrie »eine Änderung der Druckvorlagen nach sich ziehen, was mit nicht unerheblichen Kosten verbunden wäre«.