Gerhard Schröder - DER SPIEGEL
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Gerhard Schröder

• aus DER SPIEGEL 51/2002
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Gerhard Schröder , 58, Bundeskanzler, verbat sich, als Werbeträger für den türkischen EU-Beitritt missbraucht zu werden. Auf Geheiß des Berliner Regierungschefs musste der türkische Arbeitgeberverband eine Anzeigenserie stoppen, die vor dem Kopenhagener EU-Gipfel in deutschen Zeitungen für den Beitritt Ankaras werben sollte - mit Schröders Konterfei und dem Slogan »A friend in need is a friend indeed«. Auch mehrere andere Regierungschefs untersagten ähnliche Kampagnen. Der Eifer der Türken beim Werben um ein festes Beitrittsdatum sorgte für einigen Unmut in Kopenhagen; Frankreichs Präsident Jacques Chirac schäumte gar wegen angeblicher Drohungen der türkischen Seite, französische Geschäfte zu boykottieren. Schröder beschloss dagegen, nicht nachtragend zu sein - obwohl er erst in letzter Minute von der Anzeigenserie erfuhr. Hauptsache sei doch, so der Kanzler, dass die Anzeigen nicht erschienen seien.

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