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BdL-Präsident Vocke war schon auf hoher See (Richtung Mexiko, zur Sitzung des Weltwährungsfonds), als der Zentralbankrat überraschend eine Diskontsenkung von fünf auf viereinhalb Prozent und eine Herabsetzung der Banken-Mindestreserven verfügte. Damit tragen Frankfurts Bankmänner der seit Wochen in Westdeutschland herrschenden Geldfülle Rechnung, durch die alle Privatbanken kaum noch auf die Refinanzierungs- (Pump-) Möglichkeiten des Notenbanksystems angewiesen waren. Täglich fälliges Geld wurde unter dem offiziellen Zinssatz angeboten. Mit den neuen Maßnahmen will die Notenbank wieder ins Spiel kommen und ihre Kontrollfunktionen am Geldmarkt stärken.
Hauptquelle des sommerlichen Geldüberschusses war neben dem Rückfluß öffentlicher Gelder in die Wirtschaft die
fortlaufend aktive Zahlungsbilanz der Bundesrepublik. Durch das Überwiegen der DM-Auszahlungen an deutsche Exporteure über die DM-Einzahlungen für Importe flossen allein in den Monaten Juni und Juli je über 500 Millionen DM Zentralbankgeld an die Geschäftsleute. Die Diskontsenkung soll Industrie und Handel jetzt die Kreditaufnahme zu Auffüllungskäufen, insbesondere Importen, für die geschrumpften Läger erleichtern. Auch die Finanzierung der Ernte-Einlagerung wird dadurch begünstigt.