GESCHÄFTE MIT JEDERMANN
Auf den Brief von Herrn Walke zu Ihrem Artikel über die Jedermann-Einfuhr muß ich erwidern, daß die dort aufgestellte Kalkulation über die Einfuhr einer italienischen Reisedecke, Marke Capri, von falschen Voraussetzungen ausgeht. Als Ausgangspreis für die Kostenberechnung der Jedermann-Einfuhr müßte der Preis von ca. 25 Mark per Stück angesetzt werden so wie er sich beim italienischen Einzelhandel eingespielt hat - und nicht, wie es Herr Walke tut, der Produzentenpreis von 18 Mark.
Schließlich weise ich darauf hin, daß alle ausländischen Fabrikanten, die in Deutschland eine Verkaufsorganisation aufgebaut haben, nicht in der Lage sein werden, ihre Erzeugnisse zu Fabrikpreisen über die Jedermann-Einfuhr direkt an den deutschen Verbraucher abzugeben. Der direkte Verkauf an den Konsumenten setzt eine besondere Vertriebs-Organisation voraus, deren Schaffung aus Gründen kaufmännischer Fairneß gegenüber den deutschen Großabnehmern schon gar nicht denkbar ist.
Reutlingen ANDREAS SCHIRMER
Import-Agentur
Das war so sicher wie der Jahres-Schlußverkauf oder der Kuckuck beim Konkurs, daß sich der Handel auf das ursprünglich nur für private »Importeure« gedachte Jedermann-Programm stürzen würde, um fleißig das Geld abzusahnen, das eigentlich der kleine Mann sparen sollte. Die großzügigen Handelsspannen der bisherigen Groß- und Kleinhändler werden ja nur auf die neuen Jedermann-Konjunkturritter verlagert.
Und die abgehalfterten Abschöpfer-Interessenten? Die werden durch Weihnachtsmänner, Nikoläuse, Engelchen und Glöckchenklang die Käuferherde windelweich machen und ihr (ganz sicher mit Erfolg: »Das Weihnachtsgeschäft war um soundsoviel Prozent besser als im Vorjahr") vormachen, daß es ja gar nicht billiger geht und der Kunde nur Nachteile hat, wenn er selber importiert
Hamburg 26 HERBERT SCHÖNHERR