Geschichte - DER SPIEGEL
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Geschichte

• aus DER SPIEGEL 1/1949
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Der Feldzug in Indonesien wird als »zweite Polizeiaktion« in die holländischen Geschichtsbücher eingehen. (Die erste begann im Juli 1947.) »Sagen Sie bitte nicht Kriegsgefangene. Es ist kein Krieg. Sagen Sie Arrestanten«, berichtigte Hollands Außenminister Stikker die Presse. Londons-konservativer Daily Telegraph meldet, die holländische Regierung sei vor Beginn der Kämpfe durch den britischen Botschafter in Den Haag, Philip Nicholls, gewarnt worden, nicht zu den Waffen zu greifen. Neue Feindseligkeiten würden nur zu verschärfter kommunistischer Tätigkeit in Südost-Asien führen. Der liberale Manchester Guardian zeiht die Holländer direkt des Treubruchs. Der Krieg sei von ihnen vorbereitet worden, während sie scheinbar verhandelten.

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Im Weltsicherheitsrat wurde Indonesien als erster offener Sündenfall im Paradies der Vereinten Nationen gewertet. Der holländische Delegierte van Royen erklärte, Holland sei dem am 24. Dezember erlassenen Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten noch nicht nachgekommen, erwäge ihn aber »mit großem Ernst«. Der Sowjetvertreter Jacob A. Malik nannte die Erklärung »eine offene Weigerung« die Kämpfe zu beenden. Maliks Vorschlag, der Sicherheitsrat solle der holländischen Regierung den Befehl erteilen, die militärischen Operationen innerhalb 24 Stunden einzustellen, wurde vom Rat nicht angenommen. Auch die UNO-Schlichtungskommission schiebt die Schuld am Indonesien-Konflikt in die holländischen Holzschuhe. In ihrem sechsten Bericht wird festgestellt, die holländische Regierung habe das Waffenstillstandsabkommen vom 17. Januar 1948 (Renville-Abkommen) nicht gekündigt und die Feindseligkeiten eröffnet. - In Indonesien geben die Republikaner an ihre letzten kämpfenden Truppen Bambusspeere aus.

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