Gesetzlich erlaubtes Herumballern - DER SPIEGEL
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Briefe

Gesetzlich erlaubtes Herumballern
• aus DER SPIEGEL 27/1997
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gesetzlich erlaubtes Herumballern

(Nr. 25/1997, Waffen: Die Gesellschaft rüstet auf - es wird gleich geschossen)

Die Frage, warum der Gesetzgeber die Freizeit-Pistoleros nicht auf kleines, harmloseres Kaliber stutzt, ist leicht zu beantworten: Die Mißbrauchsquote bei den in Deutschland legal besessenen Schußwaffen liegt unter dem Promillebereich, so daß durch eine noch weiter gehende Bevormundung gesetzestreuer Steuerzahler kaum eine meßbare Senkung der Gewaltkriminalität zu erreichen wäre. Es war erfrischend, einen Artikel dieses Betreffs zu lesen, in dem die Sportschützen nicht insgesamt als lebende Zeitbomben, Neonazis und blutgierige Vigilanten dargestellt wurden.

HAMBURG XAVER HOLZNER

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Das Motto muß vielmehr lauten: »Keine Waffen in falsche Hände!«, und nur durch Bekämpfung des illegalen Waffenbestandes kann das erreicht werden. Paradoxerweise erhebt niemand, weder in der Politik noch in den Medien, diese Forderung, da niemand eine Ahnung hat, wie das bewerkstelligt werden soll. Statt dessen soll versucht werden, legale Waffenbesitzer weiter zu gängeln.

OBERTRAUBLING (BAYERN)

KRUNO UND CORNELIA ASCHMANN

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Wenn es um die öffentliche Sicherheit geht, kann es allenfalls Sinn machen, gegen den illegalen Waffenbesitz vorzugehen. Dieses staatliche Anliegen ist verständlich. Das Vorgehen gegen den - sich in einem eingespielten und staatlich permanent überprüften Regelkreis von Anbietern und Nutzern befindlichen - legalen Waffenbesitzer bringt der öffentlichen Sicherheit nichts. Jeder Beleg für die Gefährlichkeit der legalen Waffen fehlt.

LEUTKIRCH (BAD.-WÜRTT.) RICHARD EGLY

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Es ist schon allerhand, uns Sportschützen als »Freizeit-Pistoleros« zu bezeichnen. Es wird der Eindruck erweckt, daß wir mit kriminellen, schießwütigen Verbrechern auf einer Stufe stehen. Die Sportschützen

wissen um die Gefährlichkeit der Waffen und gehen dementsprechend sorgfältig und vorsichtig damit um, da es keine harmlosen Kaliber gibt. Es kann doch nicht verkehrt sein, Jugendlichen unter fachkompetenter Betreuung diesen Sport näherzubringen. So wird ihnen beigebracht, daß die Waffe kein Spielzeug ist und zum Schießen Konzentration und Kondition erforderlich sind wie bei jeder anderen Sportart auch.

RÖDERMARK (HESSEN) BIRGIT WÖRTCHE

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Weshalb erwähnen Sie nicht, von wem die mit Schußwaffen begangenen Straftaten durchgeführt werden - nämlich unstreitig von illegalen Waffenbesitzern.

HAMBURG KLAUS KIENDL

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Die Gewaltbereitschaft - auch mit dem Einsatz von Waffen - unter Kindern und Jugendlichen nimmt in erschreckendem Umfang zu. Das ist sicher auch ein ernstes gesamtgesellschaftliches Problem. Aber wir müssen bei der Ursachenforschung weg von den monoton immer wiederkehrenden Aussagen: Jugendarbeitslosigkeit, gestörte und schwierige Kindheit, keine Freizeitangebote und so weiter. Wir müssen hin zu weniger Gewalt im Fernsehen, keine Gewalt- und Kriegscomputerspiele, kein problemloses Herankommen an Gewaltvideos, kein Kindern und Jugendlichen gesetzlich erlaubtes Herumballern auf Schießständen. Diesem Wirtschaftszweig und dessen Lobbyisten muß wesentlich mehr auf die Finger geschaut werden. Fernseh-Einschaltquoten, Umsatz, Gewinn und Bruttosozialprodukt sind nicht alles, erlauben auch nicht alles. Hier macht sich der Staat an der Verrohung der Kinder und Jugendlichen mitschuldig.

MELLE (NIEDERS.) SIEGFRIED SCHNEGELBERGER

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