Am Rande Gesundheit!
In der Gesundheitspolitik geht es derzeit zu wie in der Kneipe nach dem zwölften Bier: Alle reden durcheinander, jeder weiß, wie man es am besten macht, und am Tag danach ist man stundenlang damit beschäftigt, die Missverständnisse auszuräumen, die dadurch entstanden sind, dass die anderen nicht zugehört und man selbst Unsinn gequatscht hat.
Jüngstes Beispiel: der Vorschlag von Krankenkassen, Ärzte künftig nach Leistung zu bezahlen. Wer seine Patienten schneller gesund macht, kriegt auch mehr Geld. Nach zwölf Bieren kann man das für eine geniale Idee halten - sofern man kein Pathologe ist. Die müssten schon durchsetzen, dass sie einen Bonus bekommen, wenn es ihren Patienten nach der Behandlung nur nicht schlechter geht.
Auch Unfallchirurgen müssten trickreich argumentieren, falls ihnen ein verunglückter Motorradfahrer wegstirbt: Der Patient sei zwar tot, könnte es dann in der Rechnung heißen - Leber, Nieren, Herz und Hornhäute seien aber verpflanzt und erfreuten sich andernorts bester Gesundheit.
Zur Kostendämpfung taugt das Modell eh nicht: Pfiffige, vollkommen gesunde Patienten werden nämlich zum Arzt gehen, sich anständigen Bluthochdruck attestieren lassen, in Rekordzeit genesen und dann halbe-halbe machen. Der Gewinn wird in der Kneipe versoffen.