USA Gezähmte Clintons
Ende dieser Woche soll Hillary Clinton zur Außenministerin in der Regierung Obama ausgerufen werden. Die Voraussetzung dafür schuf Bill Clinton, wenn auch äußerst widerstrebend. Obamas Team verlangt ihm viel ab, unter anderem vollen Einblick in die Finanzen seiner Stiftung. Der 44. Präsident will ein »Team der Rivalen« aufstellen, ein Kabinett aus starken Persönlichkeiten und früheren Gegnern nach dem Vorbild Abraham Lincolns. Obama will alle einbinden, aber es soll auch nach einer Demonstration seiner Souveränität und Stärke aussehen.
Einige alte Clinton-Vertraute hat er schon für Kabinettsposten vorgesehen. Eric Holder, der bei Bill Clinton Vize-Justizminister war, soll unter Obama Justizminister werden. Er wäre der erste Schwarze in diesem Job. Clintons ehemaliger Stabschef John Podesta ist Leiter des Übergangsteams, Greg Craig, der Clinton im Amtsenthebungsverfahren wegen der Lewinsky-Lügen verteidigte, wird einer seiner wichtigsten Berater. Als Finanzminister ist seit vergangenem Freitag Timothy Geithner, Chef der Notenbank in New York, im Gespräch.
Eines der entscheidenden Projekte in Obamas erster Amtszeit soll die Gesundheitsreform werden - und da ist für den künftigen Präsidenten Erfahrung wichtiger als »Wandel": Als Gesundheitsminister will er einen der größten Insider Washingtons ernennen, den ehemaligen Senator Tom Daschle.
Offen bleibt hingegen, ob Obama Republikaner in die Regierung holt. Als Wunschkandidat gilt der gegenwärtige Verteidigungsminister Robert Gates, aber der scheint unentschlossen zu sein, ob er im Amt bleiben soll; eine Alternative wäre Senator Chuck Hagel aus Nebraska.
Arnold Schwarzenegger könnte vermutlich Energieminister werden, will aber wohl mehr. In der vergangenen Woche rief Obama beim kalifornischen Gouverneur an, der sich im Wahlkampf über seine »dürren kleinen Ärmchen« lustig gemacht hatte. Der gewählte Präsident versprach, im Weißen Haus ein großes Fitnessstudio einrichten zu lassen und sich Muskelmasse anzutrainieren. Er lud Schwarzenegger ein, ihm dabei zu helfen. »Nur wenn Sie mir beim Basketballspielen helfen«, antwortete der Gouverneur.