Blauhelme Ghali wird vertröstet
Bei seinem Bonn-Besuch in dieser Woche muß Uno-Generalsekretär Butros Butros Ghali mit einer Enttäuschung rechnen. Er hofft auf eine konkrete Auskunft, welche Einheiten die Bundeswehr für mögliche Blauhelm-Einsätze auf Abruf bereithalten will. Entsprechende Anfragen hatte Ghali vor zwei Jahren an viele Uno-Staaten gerichtet, von Bonn wurde er bisher vertröstet - und wird es wohl auch diesmal. Denn Verteidigungsminister Volker Rühe sträubt sich gegen den Wunsch von Kanzleramt und Außenministerium, Ghali bereits ein detailliertes Angebot zu machen. Rühe will nur allgemein Bereitschaft bekunden, der Uno Blauhelme zur Verfügung zu stellen. Grund: Die Benennung bestimmter Einheiten - etwa von Pionier- oder Transport-Kompanien - könne von der Uno als feste Einsatzzusage gedeutet werden. Rühe will erst bei einer förmlichen Anfrage für eine konkrete Blauhelm-Mission entscheiden, ob und mit welchen Soldaten Deutschland der Uno beisteht. Das Auswärtige Amt sieht darin einen Widerspruch zum Bestreben Bonns, die Uno effizienter zu machen.