Giftiger Export
Nach dem Ende der Seeverbrennung beginnt die Vernichtung giftiger Lösemittelrückstände zu Lande. 10 000 bis 20 000 Tonnen bundesdeutsche Abfälle, die chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) enthalten, sollen in diesem Jahr in Landverbrennungsanlagen in Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Finnland verfeuert werden. Entgegen offiziellen Beteuerungen, den Müllexport scharf zu begrenzen, werden die Ausfuhrgenehmigungen großzügig erteilt. Die Bezirksregierung in Karlsruhe etwa hat dem Entsorgungsunternehmen Südmüll in Frankenthal gestattet, in diesem Jahr wenigstens 3800 Tonnen CKW-Müll an einen französischen Zementproduzenten zu liefern, der das Flüssiggift als Brennstoff nutzt. In Stichproben, die Umweltexperten aus ähnlichen Lösemittelrückständen anderer Herkunft genommen hatten, hat das Deutsche Hydrographische Institut erst kürzlich hochgiftiges Dioxin entdeckt.