GLAUBE - DER SPIEGEL
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Briefe

GLAUBE
• aus DER SPIEGEL 32/1959
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

GLAUBE

Meine Anerkennung: seit langer Zeit das fairste SPIEGEL-Gespräch. Ähnliche Artikel über die Mormonen waren bisher nur in amerikanischen Zeitschriften möglich. Hoffentlich lernen die Celler Bürger daraus, die den Bau einer Mormonen-Universität (auf interkonfessioneller Basis) verhindern wollen.

Eßlingen EBERHARD NEUENDORFER

Fürsorger

Über die Fundamente des Mormonen -Glaubens mag man streiten. Eines steht jedoch fest: Getragen von ihrer Lehre, leben die Mormonen und befolgen die Vorschriften mit unvorstellbarer Konsequenz. Man wird selten einen Mormonen finden, der übelgelaunt, überheblich oder intolerant ist. Sie alle sind aufgeschlossene, ihre »Abstinenz genießende« Menschen, die sich in den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit erfreuen. Mögen die Glaubensgrundlagen anderer Kirchen klarer und eindrucksvoller sein: Von der Lebensauffassung der Mormonen können Katholiken und Protestanten nur lernen.

Wien X XAVER MENZING

Bei einem Besuch in Salt Lake City habe ich, soweit möglich, die Mormonen-Kirche und das Leben ihres Gründers studiert. In meinen Aufzeichnungen notierte ich damals folgenden Satz: »Joseph Smith war ein religiös exaltierter Jüngling, dessen Pubertätskonflikte sich in (fingierten) 'Visionen' und 'Offenbarungen' auswirkten...«

Als Beweis dafür kann folgende Stelle aus seiner Selbstbiographie dienen: »Der Engel (Moroni) hatte ein loses, ganz weißes Gewand an. Seine Hände waren unbedeckt, auch seine Arme, ebenso die Füße und die Beine bis etwas über die Fußgelenke. Auch Kopf und Nacken waren unbedeckt. Ich konnte entdecken, daß er nichts anderes unter dem Gewand anhatte; es war oben offen, so daß ich leicht hineinsehen konnte.«

Gießen (Lahn) DR. HEINRICH WEBER

Und so was läuft nicht nur lebendig herum, sondern sitzt sogar in der amerikanischen Regierung.

Wiesbaden ALFRED HOF

Es liegt wohl an den Hundstagen, daß Sie Ihren Lesern ein Gespräch mit dem Mormonen-Apostel E. T. Benson servieren. Daß jemand mit klarem Verstand glauben kann, der liebe Gott habe zusammen mit seinem Sohne Jesus im Jahre 1820 dem damals 14 Jahre alten Landarbeiter Joseph Smith den Auftrag erteilt, die wahre Kirche Christi wiederaufzubauen, ist mir unverständlich. Und dazu noch das Märchen von den goldenen Platten, deren Inschrift Herr Smith mittels Wunderbrille übersetzte! Die Platten hat sonst kein Sterblicher zu Gesicht bekommen, da Herr Smith sie dem Engel Moroni, der ihm das Versteck dieser Goldtafeln verraten hatte, zurückgeben mußte! Ihr Blatt, das sonst so mutig gegen jeden Aberglauben kämpft, sollte ein solches Interview nicht ohne entsprechenden Kommentar bringen.

Köln-Braunsfeld DR. E. HERRENDÖRFER

In ergreifender Größe einsamer Einbildung behaupte ich schlicht: Der Menschheit, insbesondere den Lesern des SPIEGEL, ermangelt es der Wunderbrille aus Urim und Tummim ...

Hamburg-Blankenese WALTER SAWCZUK

Benson

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