Gletscher vor dem Kollaps - DER SPIEGEL
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SCHWEIZ Gletscher vor dem Kollaps

• aus DER SPIEGEL 3/2002
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Von Anzeigen der eidgenössischen Tourismuszentrale leuchten verschneite Hochtäler, winterliche Bergriesen oder kristallene Eiszapfen und werben um Urlauber. Doch tatsächlich wird »der wahre Reichtum der Schweiz« (Begleittext) knapp. So schrumpften voriges Jahr 62 Schweizer Alpengletscher und verloren zum Teil dramatisch an Länge - ein Effekt der Klimaerwärmung. Am Triftgletscher im Berner Oberland, der sich vom Alpenhauptkamm nahe des Sustenpasses nach Norden erstreckt, betrug der Verlust sogar 250 Meter - ein Rekord, den die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich als »kollapsartigen Schwund« bezeichnet. Am Ende des Eisstroms ist ein See entstanden, der das Abschmelzen der Gletscherzunge noch verstärkt, zugleich aber auch Überschwemmungen und Schlammlawinen auslösen kann, falls es keinen Abfluss gibt. Forscher der ETH befürchten nun, dass im Sommer das Schmelzwasser die Eisdecke anhebt und in regelrechte Eisberge zerlegt. Das könnte eine Flutwelle auslösen, die womöglich bis ins malerische Gadmertal und die Gemeinde Innertkirchen an der Auffahrt zum Susten- und Grimselpass spülen würde. Dort ist der zweitgrößte Schweizer Anbieter von Hydro-Energie, die Kraftwerke Oberhasli, ansässig. Messungen haben ergeben, dass die Zunge des Triftgletschers, in der auch ein großer Einsturztrichter sichtbar wurde, am Rand nur noch 30 Meter dick ist.

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