GLUBB PASCHA - DER SPIEGEL
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Briefe

GLUBB PASCHA
• aus DER SPIEGEL 14/1956
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GLUBB PASCHA

... Vielleicht interessieren Ihre deutschen Leser auch Einzelheiten über die Mittel, mit denen vor allem Ägypten versucht, den britischen Einfluß in Mittelost zu eliminieren. Sir John Bagot Glubb hat es nach seiner erzwungenen Ausreise aus Jordanien höflich so gesagt: »Britannien wird heute in Mittelost zu Tode geredet.« Er hätte auch sagen können: zu Tode gelogen. Denn Tag für Tag träufelt der ägyptische Rundfunk das Gift der Lüge in Millionen arabischer Ohren, ohne daß es nennenswerte Gegenstimmen gibt. Der Rundfunk aber erreicht in den mittelöstlichen Ländern, wo es noch viele Analphabeten gibt, jeden. Auch wer kein Empfangsgerät besitzt, kann den Rundfunk überall hören, selbst auf der Straße.

Glubb Pascha hat für die ägyptischen Kurzwellenlügen Beispiele genannt und geklagt: »Obwohl zwei Drittel des jordanischen Nationalbudgets von Britannien bezahlt werden, hören die Jordanier aus jedem Lautsprecher, daß die Briten das Land bis aufs Blut aussaugen. Und die meisten glauben das, weil sie keine Möglichkeit haben, die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden.«

Aber auch wer Zeitungen lesen kann, wird belogen, denn die Zeitungen sind zum großen Teil käuflich. Wenige Wochen bevor Sir John Bagot Glubb aus dem Land gewiesen wurde, erschien in einer Zeitung ein besonders verleumderischer Artikel über ihn. Am Tage darauf besuchte ihn der Herausgeber, mit dem er seit Jahren in bester Freundschaft lebte, und entschuldigte sich mit den Worten: »Der Artikel wurde mir von einer ausländischen Botschaft zusammen mit 500 Pfund in Banknoten zugesandt. Na, Sie haben ja selbst Frau und Kinder, man muß ja leben.« Lächelte und bot dem General freundlich eine Zigarette an.

London C. E. MURRAY

Der leise Spott über die arbeitslos werden den Tommies, die aus den ehemaligen Kolonien Richtung Heimat zurückkehren - klingt er nicht ein wenig wie Schadefreude?

Als 1943 der große Rückzug aus dem Osten begann und die deutschen Gebietskommissare auch Richtung Heimat wegzogen, machte unter der einheimischen Bevölkerung folgendes geflügelte Wort die Runde: »Es wird gewiß in Deutschland einen Andrang in der Friseurbranche geben, wenn diese Herren nun in ihr erlerntes Fach zurückkehren müssen!«

Bei den Tommies spielt sich heute die Sache natürlich in einem höheren sozialen Stockwerk ab.

Göttingen

KURT MÜLLER stud. jur.

... hat mir ... besonders gefallen, daß Sie darauf verzichtet haben, das ganze Sündenregister der Briten vom Vorderen Orient abzuhaspeln, wie man bei dieser Gelegenheit versucht sein könnte. Daß es ein solches Sündenregister gibt, weiß jeder - nicht zuletzt wissen es die Briten selbst. Aber es ist endlich an der Zeit, daß die Völker Europas aufhören, sich wegen ihrer historischen Sünden und Fehler vor einander und vor der übrigen Welt schlechtzumachen. Was heute zählen sollte, ist das Verhalten der Nationen in der Gegenwart.

Düsseldorf LIESELOTTE HAHN

»... Aber die Araber wissen eine Menge über falsche Freundschaften und können nicht immer mit honigsüßen Worten betrogen werden.« (Die Londoner »Times« - laut SPIEGEL-Zitat - zur sowjetischen Nahost-Politik.) Warum nur zur sowjetischen, warum nicht auch zur englischen Nahost-Politik? Doch mit einer solchen Selbsterkenntnis sind die Briten wohl überfordert.

München RICHARD HESSEL

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