Glückliche Schweiz!
Nr. 6/1998, Sterbehilfe: Chronik eines von der Organisation »Exit« begleiteten Selbstmords
Nicht wenige Menschen in unserem Land sterben unter unwürdigen Bedingungen, häufig allein gelassen, unter schlimmsten Schmerzen. Wenn diese Menschen nach aktiver Sterbehilfe rufen, entspringt der Todeswunsch einer depressiven Stimmung oder übergroßen Schmerzen. Beidem aber kann mit Hilfe der Hospizarbeit und einer kompetenten Schmerztherapie begegnet werden. Die überwältigende Mehrheit der Todkranken möchte leben bis zum Schluß - und schließlich in Würde sterben.
DORTMUND MICHAEL GOLEK
DEUTSCHE HOSPIZ STIFTUNG
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Das Motiv spezialisierter Sterbehelfer bleibt prinzipiell fragwürdig, es dürfte sich vorrangig um phantasierte Grandiosität und Aufblähung des eigenen Egos handeln, mit der Tendenz, immer öfter immer mehr Menschen zum autonomen Tod verhelfen zu wollen. Als Gesellschaft reagieren wir darauf - glücklicherweise noch - mit Befremden, Unbehagen und Abgestoßensein. Denn bei aller Notwendigkeit, die aktive Leidensverkürzung zu enttabuisieren, kann wohl niemand wünschen, daß Suizidbeihilfe als eine völlig normale Dienstleistung auf Abruf daherkommt.
BERLIN GITA NEUMANN
HUMANISTISCHER VERBAND DEUTSCHLAND
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Glückliche Schweiz! Damals Sandra Paretti, nun Herbert Breda, dazwischen ungenannte andere, denen geholfen wurde. Und Deutschland? Tausende am Leben Verzweifelte werfen sich Jahr für Jahr vor Züge, stürzen sich aus Fenstern zu Tode, verursachen Gasexplosionen und reißen andere mit ins Verderben. Nicht mit Zyankali-Päckchen wie einst Atrott, sondern mit Argumenten kämpft die Deutsche Gesell- schaft für Humanes Sterben in Augsburg dafür, Menschen am Ende ihres Lebens die Würde, das Recht auf Selbstbestimmung nicht zu nehmen - eine Forderung, die nach seriösen Umfragen eine Mehrheit der Deutschen unterstützt.
LOS REALEJOS (TENERIFFA) D. DOMBROWSKI