Goldener Lebensabend - DER SPIEGEL
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KENIA Goldener Lebensabend

• aus DER SPIEGEL 32/2002
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Nach 24 Jahren im Amt soll Kenias Präsident Daniel arap Moi, 78, nicht als armer Mann seinen Lebensabend fristen. Der ihm ergebene Generalstaatsanwalt Amos Wako veröffentlichte vergangene Woche einen Gesetzentwurf, der die Versorgung scheidender Staatsoberhäupter regeln soll. Neben 1000 Quadratmetern Büroraum, sechs Dienstwagen und 34 Mitarbeitern - darunter 7 Fahrer, 9 Bodyguards und 3 Köche - ist auch ein Wohnhaus mit bis zu zwölf Schlafzimmern, Tennisplatz, Swimmingpool, Sauna und Fitnessraum vorgesehen. Ein Ex-Präsident darf außerdem lebenslang auf Staatskosten durch die Welt jetten. Insgesamt müsste das bettelarme Kenia (mehr als sechs Milliarden Dollar Staatsverschuldung) nach Mois Abtritt jedes Jahr rund eine Million Euro für seinen teuersten Pensionär aufwenden. Dabei gilt er schon jetzt als einer der reichsten Männer der Welt. Moi soll über Anteile an 30 der größten Unternehmen Kenias verfügen. Bei der Opposition lösten die Pensionspläne Empörung aus. Die Debatte um Mois Pension gilt als bislang deutlichstes Signal für einen bevorstehenden Wechsel an der Spitze des Staates. Das Thema war zuvor tabu, da Moi keine Anstalten machte, die Macht abzugeben. Nun protegiert er als Nachfolger Uhuru Kenyatta, den Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta.

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