»Gott hat es gewollt«
Auf den Wiener Kaffee - und die Salzstangerln - wollte der Zionist Theodor Herzl aus Budapest auch in der Ferne nicht verzichten. Seine Vision für die künftige Heimstatt der Juden, 1902 in dem Roman »Altneuland« ausgemalt, versprach ein Paradies in Palästina: Juden und Araber leben friedlich miteinander, genießen die Errungenschaften europäischer Kultur - englische Internate und große französische Oper inklusive.
Licht und Aufklärung herrschen in diesem Friedensreich: In den Palmen hängen »elektrische Straßenlampen wie große gläserne Früchte«, Frauen genießen bereits das Wahlrecht, und die Religion, Identitätsspender des jüdischen Volkes, war auf den Tempelberg von Jerusalem verbannt. Dort könne jeder beten, wie er wolle, befand der Wiener Literat. Und wenn die Araber auf ihre Moschee nicht verzichten mochten - auch kein Problem. Herzl: »Wir exterritorialisieren Jerusalem, das niemandem und allen gehören wird, der heilige Ort, den alle Gläubigen gemeinsam haben. Das große Kondominium der Kultur und Sittlichkeit.«
Es war eine Utopie, entworfen in der jüdischen Diaspora, ein schöner Traum, aus dem die reale Geschichte des Gelobten Landes vollständig verbannt war. Denn die Wirklichkeit jener Mittelmeerregion zwischen den Zedern des Libanon und den Schluchten der Wüste Negev sah ganz anders aus: Das Land, in dem nach göttlicher Verheißung »Milch und Honig« fließen sollten, hatte sich in Jahrtausenden als blutiges Jammertal erwiesen.
Die fruchtbare Region an den Ufern des Jordan lag stets an den Peripherien gewaltiger antiker Reiche. Um ihren Besitz stritten Hethiter und Ägypter; Assyrer, Babylonier und Perser eroberten den Landstrich, dessen Kerngebiet nicht viel größer ist als das heutige Bundesland Hessen; Alexander verleibte es seinem Weltreich ein; das ferne Rom entsandte Statthalter wie Pontius Pilatus, denen byzantinische und arabische Gouverneure folgten. Westeuropas Kreuzzügler wollten das Ursprungsland ihres Glaubens zurückerobern, das später als tiefste Provinz des Osmanischen Reiches dahindämmerte und schließlich als Israel wieder entstand.
Stets hat das umstrittene Terrain die Schlachtfelder eines Krieges stellen müssen, der wie eine biblische Plage immer wieder über das Land herfiel. Und die Niederlagen beklagten nicht nur die Propheten des Alten Testaments wie Jeremia:
»Ach wie hat man uns Gewalt angetan und wie sind wir zu Schanden geworden!«
Und weiter, so als beschriebe der Prophet nicht die Niederlage des Königreichs Judäa gegen die Armeen des Babylon-Herrschers Nebukadnezar im Jahre 587 vor Christus, sondern der Palästinenser-Führer Jassir Arafat seine persönliche Apokalypse im besetzten Ramallah von heute: »Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Häuser gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer auf den Plätzen. So spricht der Herr: Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung auf dem Feld« - Klagen, in die allerdings auch die jüdischen Terroropfer einstimmen können.
Mehr noch: Als hätte das Land nicht genug an seinem Schicksal als Spielball weltlicher Mächte zu tragen, wird es auch noch mit der Heilsgeschichte der drei großen monotheistischen Weltreligionen belastet. Juden, Christen und Muslime pflegen hier die Wurzeln ihres Glaubens, was ihren Auseinandersetzungen Schärfe und Dynamik verleiht, denn jeder beharrt auf der Exklusivität seines Heilsanspruchs.
Hier hat König David die Stämme Israels in ein gemeinsames Reich gezwungen. Sein angebliches Grab in Jerusalem liegt nur wenige Schritte neben jenem Haus, in dem Christen den Ort des letzten Abendmahls ihres Religionsstifters Jesus vermuten. Und von dort sind es nur einige hundert Meter Luftlinie bis zu jenem Felsenplateau mitten in der Stadt, das auf Arabisch al-Haram al-Scharif heißt und auf dem die Aksa-Moschee und der Felsendom stehen. Von hier aus ritt der islamischen Überlieferung nach der Prophet Mohammed auf seinem Pferd Burak gen Himmel. Al-Kuds, die Heilige, nennen seither Muslime Jerusalem.
So viel Frömmigkeit ist weder der Stadt noch dem Land bekommen. Als »Schlachthaus der Religionen« hat der britische Schriftsteller Aldous Huxley den unaufhörlichen Zusammenprall der Gläubigen beschrieben. Schon 1947 regte ein chinesischer Uno-Delegierter an, die heiligen Stätten »einem philosophischen Atheisten mit Menschenfreundlichkeit« zu unterstellen, wenn die Souveränität über Jerusalem nicht gleich, so ein Vorschlag des Lateinischen Patriarchen aus dem Jahr 2000, dem lieben Gott übertragen werden sollte.
Noch die letzte Runde dieses ewigen biblischen Kriegs - die im Herbst 2000 mit der Aksa-Intifada begann - hatte eine ihrer Ursachen in frommem Imponiergehabe. Ein jüdischer Politiker, der damals im September fürchtete, ein Rivale könne ihm an Überzeugungsstärke gleichkommen, wollte den Anspruch der Juden auf den Tempelberg - eben jenen al-Haram al-Scharif - dokumentieren. Mit seinem demonstrativen Besuch der heiligen Stätte der Muslime provozierte er zunächst einen erneuten Krieg der Steine, der dann, nach dem ehernen Gesetz der Vergeltung, eine dramatische Eskalation des Blutvergießens bei Juden und Palästinensern auslöste. Der Name des damaligen israelischen Oppositionsführers: Ariel Scharon. Auch das jüngste Ab-
driften in ein Chaos kaum noch beherrschbarer Schläge und Gegenschläge belegt einmal mehr, dass sich alle Kombattanten - Juden, Christen und Muslime gleichermaßen - fast immer an den Grundsatz des »Auge um Auge« gehalten haben. Zwar mögen Theologen darauf hinweisen, dass dieses alttestamentarische Prinzip kein Aufruf zur Rache sei, doch den Rachsüchtigen hat er stets als Legitimierung gedient. »Man hasst hier die Menschen zum Ruhme seines eigenen Gottes«, klagte die Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf.
Es ist ein Hass, der sogar die weniger Frommen befällt. Weder Premier Scharon noch Palästinenser-Führer Arafat zählen in ihren Lagern zu den Religiösen, ihre Auseinandersetzung findet dennoch in einem Bezugssystem archaischer Unversöhnlichkeit statt. Es gilt die Devise, dass verliert, wer zuerst aufhört. Und so wird weiter Vergeltung auf Vergeltung getürmt, »Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde«, wie es das 2. Buch Mose nahe legt.
Ausgangspunkt dieses uralten Krieges ist die Rückwanderung von Hebräern im zweiten vorchristlichen Jahrtausend. Die nomadischen Hirten verließen das fruchtbare Nil-Delta, in das ihre Vorfahren in vorhistorischer Zeit eingewandert waren, vermutlich, weil sie dort bessere Lebensbedingungen vorgefunden hatten. Vom Zug des Patriarchen Abraham nach Ägyp-
ten berichtet auch die Bibel. Die Heimkehr hingegen wurde für die Juden zum Ausgangspunkt jüdischer Geschichte, überhöht durch die Figur des messianischen Führers Mose und umgedeutet zu einem glanzvollen Sieg über die Ägypter, einem Gotteswerk, das blutig errungen wurde.
Das Pessach-Fest, das zentrale Fest des Judentums, gedenkt dieses Auszugs und gleichzeitig der Tötung aller erstgeborenen Ägypter, die ein zürnender Jahwe erschlug, damit sein Volk gehen konnte - das erste Pessach-Massaker: »Es ward ein großes Geschrei in Ägypten, denn es war kein Haus, in dem nicht ein Toter war« (2. Buch Mose 12,30).
Sobald die Neuankömmlinge stark genug geworden waren, um kanaanitische Städte in ihrer Nachbarschaft zu erobern (1200 bis 1000 vor Christus), gibt es neue Gemetzel. Nach der Eroberung von Jericho vollstrecken die Sieger »den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwertes: an Mann und Weib, Jung und Alt, Rindern, Schafen und Eseln«, wie die Bibel weiß.
Das Buch der Richter beschreibt die Auseinandersetzung der einzelnen hebräischen Stämme mit den Kanaanitern und zeichnet ein halbwegs realistisches Bild der Kolonisierung des Gelobten Lands. Die langwierigen Kämpfe mit den nichthebräischen Nachbarn werden allerdings zu einem ewig gültigen Gottesplan emporstilisiert: »Dies sind die Völker, die der Herr übrig ließ - damit er durch sie Israel prüfte ... und die Geschlechter Israels Krieg führen lehrte.«
Erst David, ursprünglich ein regionaler Warlord, dessen Soldateska sich mit Schutzgeldern über Wasser hielt, einte die Stämme seines Volkes. Er ließ sich zum König der Doppelmonarchie von Juda und Israel salben und konnte eine Schwäche der Weltreiche Ägypten und Assyrien ausnutzen, um die Grenzen seines Landes bis über Damaskus im Norden und ans Rote Meer im Süden auszuweiten.
Davids wichtigste Tat aber war die Eroberung der alten Stadt Jerusalem, einer strategisch gelegenen Bergfeste, die er zu seiner Residenz machte. Fortan blieb die »Burg Zion« geistiges Zentrum für alle hebräischen Stämme und später für die Juden in aller Welt.
David nimmt in der Überlieferung seiner Anhänger messianische Züge an, nicht zuletzt wegen seiner Heldentaten im anhaltenden Kampf gegen die Philister, die im Bereich des heutigen Gaza-Streifens lebten und nach denen das Gebiet Palästina benannt ist. Die Legende von seinem Sieg über Goliath macht ihn zum Retter des Volks. Sogar das Neue Testament der Christen legitimiert Jesus als Nachkommen Davids. Der König der Israeliten bleibt für alle Ewigkeiten ein großer Kriegsherr: Sein Vorgänger Saul habe, so jubeln die Verfasser des Buches Samuel, »tausend erschlagen, David aber zehntausend«.
Schon unter seinem Enkel Rehabeam, der 928 vor Christus den Thron bestieg, zerfiel die Doppelmonarchie wieder in das südliche Königreich Juda und das nördliche Israel. Die folgenden Jahrzehnte verbrachten die verfeindeten Reiche mit Bruderkriegen.
Der Gott des alten Bundes verlangte unbedingte Gefolgstreue. Die Blutbäder, die seine Anhänger anrichteten, wenn ihre Stammesbrüder sich zu assimilieren drohten und sakrale Kulte ihrer Nachbarn übernahmen, geben einen Vorgeschmack darauf, welches Ausmaß an blutigem Fanatismus religiöser Eifer entwickeln kann.
Der Untergang Israels ist denn auch Jahwes Rache für die Untreue seines Volkes. Im Jahre 722 vor Christus fiel Samaria, die Hauptstadt des Nordreichs, unter dem Ansturm assyrischer Truppen. Teile der Bevölkerung wurden verschleppt. Die Niederlage geriet zum nationalen Trauma. Noch heute wird die jüdische Erfahrung durch die »zehn verlorenen Stämme« des Nordreichs Israel belastet.
Doch auch die Treue zum wahren Gott wurde nicht immer belohnt. 20 Jahre später erschienen die Assyrer vor Jerusalem. Die Rettung der Hauptstadt konnte nur durch den Preis der Unterwerfung gelingen. Juda war fortan ein Vasallenstaat Assyriens, dessen Götter nun auch in Jerusalem Einzug hielten.
Auf die Assyrer folgten die Babylonier, deren König Nebukadnezar 587 vor Christus die Hauptstadt von Juda überfiel. Er »verbrannte das Haus des Herrn und das Haus des Königs und alle Häuser in Jerusalem«, wie das 2. Buch der Könige klagt. Viele Einwohner wurden nach Babylon verschleppt.
Unter den Persern, den Nachfolgern der Babylonier, wandelte sich Jerusalem zum geistigen Zentrum eines weit verstreuten Volkes. Juden lebten weiterhin an den Flüssen Babylons oder arbeiteten in der ägyptischen Diaspora. Jerusalem war lediglich die Hauptstadt der persischen Provinz Jehud und blieb es, bis Alexander der Große 333 vor Christus die damaligen Herrscher der Welt besiegte. Ein Jahr später schickte der Hellene seinen Leutnant Parmenio los, der Syrien und Palästina eroberte.
Nahezu zwei Jahrhunderte lang wurde das Siedlungsgebiet der Juden in Palästina dann in den Kriegen zerrieben, die um das Erbe Alexanders ausgefochten wurden. Zwar gelang es jüdischen Rebellen wie etwa den Makkabäer-Fürsten für kurze Zeit, Judäa neu zu errichten, doch meist setzten die jeweiligen Herren landeseigene Fürsten als Vasallenkönig ein. Erst die Übernahme des einstigen Alexanderreichs durch den römischen Feldherrn Pompejus beendet diese Ära. 63 vor Christus unterwarf Pompejus Palästina.
Fast 600 Jahre lang, bis zum Eroberungssturm der Araber, blieb das Gelobte Land eine römische, später eine byzantinische Provinz. Mal genossen die Juden größere Autonomie wie etwa unter Herodes dem Großen, der den Tempel von Jerusalem prächtiger als je zuvor ausbauen ließ. Zu anderen Zeiten wurde die Provinz unter direkte Verwaltung Roms gestellt.
Nach dem Tod des als Monster verschrienen Herodes, dem das christliche Neue Testament den Mord der Kinder von Betlehem anlastet, kam das Land nicht mehr zur Ruhe. Verschiedene jüdische Gruppen kämpften um religiöse und staatliche Erneuerung.
Die Priesterkaste der Sadduzäer etwa wollte ihre Interpretation der fünf Bücher Mose als Grundgesetz für das Volk Gottes erlassen. Auch Rabbis wie Jesus von Nazareth strebten eine Reform des Judentums an. Der Stifter des christlichen Glaubens wurde unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus hingerichtet.
Die Zeloten, eifernde Revolutionäre, verbanden - wieder einmal - religiösen mit politischem Fanatismus. Sie wollten die Gottesherrschaft auf Erden errichten und lösten 66 nach Christus einen Aufstand gegen die römischen Besatzer aus - die letzte große Geste der Selbstbehauptung des antiken Israel.
Im Frühjahr des Jahres 70 belagerten römische Truppen Jerusalem, im August wurde der Tempel zerstört. Straße um Straße mussten die Römer zurückerobern und wunderten sich über den Opfermut der Verteidiger, die sich nicht ergaben, sondern lieber den Freitod suchten.
Der griechische Chronist Cassius Dio überliefert dazu eine Beobachtung, die unter veränderten Vorzeichen bis heute aktuell geblieben ist. Auch den jüdischen Selbstmördern schien der Tod nicht »Untergang, sondern Sieg, Rettung und Glück zu bedeuten«, schreibt er.
Der gleiche selbstmörderische Opfergeist beseelte auch die Verteidiger von Massada, jener alten Bergfestung des Herodes, die das letzte Rückzugsgebiet der Zeloten war. Als ihre Lage drei Jahre nach der Zerstörung des Tempels aussichtslos wurde, brachten sich die restlichen Verteidiger lieber selbst um, als in die Hände der Römer zu fallen.
Die eigene Schwäche wandelten sie so in moralische Stärke um, die Angreifer ins Unrecht versetzte und aus den Selbstmördern Opfer und Helden machte - ein Kalkül, das 2000 Jahre später von den Gegnern der Juden genutzt wird. Heute sind es die Palästinenser, die ihre Kinder dem Geist von Massada opfern, damit sie als Selbstmordattentäter ins Paradies eingehen.
Dabei war die Eroberung der jüdischen Siedlungslande durch die Araber vergleichsweise unblutig verlaufen. Kalif Omar I., der zweite Nachfolger Mohammeds, war im Jahr 637 vor das inzwischen von Christen beherrschte Jerusalem gezogen, um die Heilige Stadt auszuhungern.
Das umliegende Land war bereits fest in muslimischer Hand, die Städte Syriens und Palästinas hatten sich nach und nach den arabischen Eroberern ergeben, und die einzige christliche Armee, die den verzweifelten Eingeschlossenen von Jerusalem zu Hilfe eilen könnte, stand weit entfernt in Ägypten.
Im Februar 638 muss der christliche Patriarch Sophronios zu seiner letzten Amtshandlung schreiten. Dem »honigzüngigen Verteidiger des Glaubens«, wie er genannt wird, bleibt nichts als die Kapitulation.
Der Botschafter der christlichen Nächstenliebe sollte von der Fremdenliebe und Großzügigkeit des Eroberers überrascht werden: Der neue Herrscher Jerusalems lässt sich vom geschlagenen Patriarchen die heiligen christlichen Stätten zeigen. Schließlich führt Sophronios den Kalifen auch in die Grabeskirche. Omar fragt den unterlegenen Feind, wo er seinen Gebetsteppich ausbreiten könne. Demütig bietet ihm Sophronios an, gleich an dieser Stelle zu beten. Doch der Kalif rollt seinen Teppich in der Vorhalle aus, und überlässt damit die Grabeskirche den Christen. Überdies ordnet er an, was siegreiche Eroberer bisher in Jerusalem noch nicht angeordnet hatten: Seine Truppen sollen die Einwohner schonen und keine Racheakte verüben.
Was anfangs wie eine großmütige Geste des Kalifen aussah, erwies sich über die folgenden Jahrhunderte als oftmals verlässliches Programm: Die neuen Herrscher predigten religiöse Toleranz gegenüber den »Dhimmis«, den durch den Islam geschützten »Besitzern der Schrift« (Juden und Christen). Die Unterlegenen dürfen auch ihren Glauben und ihre Gotteshäuser behalten. Einzige Einschränkung: Christen und Juden müssen eine besondere Kopfsteuer, die »Dschisja«, aufbringen und dürfen weder Waffen tragen noch auf Pferden reiten.
Erst der Aufstieg der seldschukischen Türken bringt die Periode des religiösen Friedens und der Toleranz zwischen Ost und West, Islam und Christentum, zu einem jähen Ende. Der arabische Geograf Mukaddasi beschreibt Jerusalem als ein »goldenes Becken voller Skorpione«.
Dann nutzt der römische Papst Urban II. das Konzil von Clermont für eine wichtige Ankündigung. Am 27. November 1095 schildert der Pontifex in dramatischen Worten die Lage der Christen im Osten des Reichs und betont immer wieder die Heiligkeit Jerusalems für die gesamte Christenheit. Als er schließlich die gebannte Menge zum »gerechten Krieg« aufruft, hallt ihm ein Schrei entgegen: »Gott hat es
gewollt!« Urban verspricht den zukünftigen Gotteskriegern Vergebung ihrer Sünden. Für die Eroberung des irdischen Jerusalem kündet der Papst ihnen darüber hinaus einen sicheren Platz im himmlischen Jerusalem an.
Unter der Führung von Gottfried von Bouillon formt sich ein gewaltiges Heer, das mit wehenden Kreuzbannern nach Jerusalem aufbricht und schließlich rund 80 000 Mann umfasst. Dort treffen die Krieger, durch viele Kämpfe stark dezimiert, am 7. Juni 1099 ein. Doch der muslimische Statthalter Iftichar al-Daula hat die umliegenden Brunnen vergiften lassen. Den Kreuzrittern ist bald klar, dass sie keine lange Belagerung der Stadt durchhalten können.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli stürmen sie die Heilige Stadt. Der Kampf dauert die ganze Nacht und den ganzen Tag. Gegen ein Lösegeld erhalten Iftichar al-Daula und seine Beschützer freies Geleit aus der Stadt.
Sie sind die einzigen Muslime, die den Sieg durch die Christen überleben. Was folgt, ist ein Blutrausch, den das kollektive Gedächtnis der muslimischen Welt nie wieder vergessen wird. Die Kreuzritter, denen die Sünden bereits im Voraus vergeben waren, morden besinnungslos. Häuser und Moscheen werden abgefackelt, Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Wer in die Aksa-Moschee geflohen war, wird ebenso erschlagen wie die Juden, die in der Hauptsynagoge Schutz gesucht hatten: Sie wird in Brand gesteckt, alle finden den Feuertod.
Von dem Trauma dieser Gewaltorgie des religiösen Fanatismus sollte sich das Heilige Land nicht wieder erholen. Der »Dschihad«, Heiliger Krieg der Muslime, zieht selbst heute seine Rechtfertigung auch aus dem Massenmord im Namen des Kreuzes. So hat die rhetorische Fehlleistung des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, den Kampf gegen den Terror zum »Kreuzzug« zu erklären, wieder an die Jahrhunderte alte Wunde gerührt und den muslimischen Fanatismus einmal mehr genährt.
Die Toleranz eines Kalifen Omar sollte unter den christlichen Herrschern in Jerusalem nicht wieder Einzug halten: Juden und Muslime wurden aus der Heiligen Stadt verbannt, die Aksa-Moschee musste als Pferdestall dienen.
Der Zorn der arabischen Welt war geschürt - doch sollte es 88 Jahre dauern, bis das Trauma des Gemetzels der Kreuzritter durch einen neuen muslimischen Führer gesühnt werden konnte. Als der Kurde Salah al-Din Jussuf Ibn Ajjub, bekannt als Saladin, in Jerusalem einzieht, hat die islamische Welt wieder eine Lichtgestalt, die das Erbe des Kalifen Omar antritt. Innerhalb weniger Monate hatte Saladin alle Burgen und Städte des christlichen Königreichs Jerusalem erobert, am 2. Oktober 1187 nimmt er Zion wieder ein.
Als Saladin 1193 stirbt, ist Jerusalem nach wie vor fest in muslimischer Hand. Mit seinem Tod kehrt auch eine Schwäche der arabischen Welt zurück: Wechselseitiges Misstrauen und Zerstrittenheit kennzeichnen die Herrschaft der Mamelucken. Der Zwist endete erst, als sich Anfang des 16. Jahrhunderts das Osmanische Reich unter Selim I. als Weltmacht etabliert hatte. Die damals arabisch sprechenden Juden in Palästina empfanden die Osmanen-Herrschaft als Erlösung. Ihre Glaubensbrüder in der europäischen Diaspora, die 1492 aus Spanien vertrieben und anderswo in Westeuropa ebenfalls unter Verfolgung zu leiden hatten, strömten zu Zehntausenden ins Osmanische Reich.
Zu Selims Zeiten lebten mehr Juden in dem muslimischen Staat als überall sonst auf der Welt. Für sie begann eine Blütezeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. Dass Palästina dabei für die nächsten Jahrhunderte als tiefste Provinz vor sich hindämmerte, hat dem blutgetränkten Land eine längere Friedensperiode geschenkt als je zuvor.
Das änderte sich erst, als zunächst ost- und dann auch westeuropäische Juden nach Palästina einwanderten und um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der zionistische Traum von einer Heimat für die in alle Welt versprengte jüdische Gemeinde Kraft gewinnt.
An dem rührigen Bauern Ariel Scharon hätte Theodor Herzl seine Freude gehabt. Ganz im Sinn des romantischen Utopisten, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts die jüdische Besiedlung Palästinas propagierte, hat der israelische Premier am Rand der Negev-Wüste ein privates Paradies geschaffen:
Auf 1500 Hektar lässt Scharon im südlichen Zipfel des israelischen Kernlandes Orangen- und Zitronenbäume prächtig blühen, Rinder- und Schafherden friedlich weiden. »Land bestellen und besitzen«, erklärt der Farmer Scharon stolz seinen Gästen, »das ist Zionismus.« Zumindest dessen eine Seite.
Doch mehr als jeder andere Repräsentant des jüdischen Staates steht Scharon auch für die Kehrseite des Bildes vom fleißigen Bauern, der nutzlosen Sand in fruchtbaren Boden verwandelt. Nicht nur in den Augen der arabischen Welt ist der Name Scharon zum Synonym für brutale Landnahme, Krieg und Vertreibung geworden. Erst vergangene Woche polierte der bekennende Zionist seinen Ruf als unversöhnlicher Palästinenser-Feind wieder auf.
Einen jüdischen Staat, dessen Regierungschef nach Meinung des israelischen Publizisten Uri Avnery den Araber-Hass »buchstäblich mit der Muttermilch mitbekommen« hat, bezog der Begründer des politischen Zionismus nicht einmal als Möglichkeit mit ein.
Im Grunde war Herzl, zumindest anfangs, nicht mal wirklich an Palästina interessiert. Erst nach Gesprächen mit britischen Juden konzentrierte er sich auf ein Siedlungsgebiet im Nahen Osten. Mehr aus Frust, weil er den Pariser Baron Rothschild nicht für seine Sache gewinnen konnte, veröffentlichte Herzl ein für das Treffen mit dem Bankier ausgearbeitetes Redemanuskript unter dem Titel »Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der jüdischen Frage«.
Das Büchlein sollte zum Manifest einer nationalen Bewegung werden, die den Gang eines Volkes so radikal veränderte wie nur wenige andere Ideologien.
Dabei hätte Herzl, der sich Palästina als ein »Land ohne Volk für ein Volk ohne Land« vorstellte, das Konfliktpotenzial einer Staatsgründung im Nahen Osten durchaus erahnen können. Noch vor dem Ersten Zionistischen Weltkongress gab es in Palästina bereits 19 jüdische Siedlungen - und massive Proteste der Araber. »Schon vor Einsetzen des Herzl-Effekts«, weiß der Münchner Historiker Michael Brenner, »kam es zu erheblichen Zusammenstößen zwischen Einwanderern und Einheimischen.«
Bereits 1891 hatten sich muslimische Kaufleute aus Jerusalem in einem Brief an den Sultan in Istanbul über die zunehmenden Landkäufe jüdischer Einwanderer beschwert. In der Glaubensfeste stellten die Juden schon vor der großen Einwanderungswelle von 1881, der ersten Alija, mit etwa 17 000 Bewohnern die Mehrheit.
Es sei Herzls »heilige Einfalt« gewesen, meint die israelische Historikerin Anita Shapira, die ihn weit über den Ersten Zionistenkongress im August 1897 die »Unmöglichkeit seiner Mission« ignorieren und eine imaginäre Wirklichkeit schaffen ließ, »welche die Herzen von Männern und Frauen entflammte«.
Wie der Zionismus, verstärkt durch die Pogrome in Osteuropa, zur kolonialen Bewegung wurde, erlebte der 1904 gestorbene Herzl nicht mehr. Im Gegenzug erhob eine mit der Jungtürken-Revolte 1908 auflebende arabische Presse den Zionismus zu einem der Hauptgegner im Kampf um die eigene Unabhängigkeit.
Wie tief schon damals das Misstrauen auf beiden Seiten war, erhellt der Streit um den ersten Versuch einer Anerkennung der gegenseitigen Ansprüche auf Palästina. 1919 hatte der Zionisten-Führer Chaim Weizmann dem Sohn des Scherifs von Mekka, Feisal Ibn Hussein, die Zusage abgerungen, »die Einwanderung von Juden in großem Maße zu fördern«.
Die Zionisten wiederum versicherten, dass »bei all diesen Maßnahmen die Rechte der arabischen Bauern geschützt« würden. Als Gegenleistung wollte Ibn Hussein seine Vorstellungen von arabischer Unabhängigkeit realisiert sehen. Daran aber hatten die Kolonialmächte, allen voran die Briten, kein Interesse.
Den Rückschlag konnte Weizmann verkraften. Schon zuvor hatte er den seit dem Ende des Osmanischen Reiches über weite Teile Palästinas gebietenden Briten mit der Balfour-Deklaration eine Art jüdische Gründungsurkunde abgerungen. In dürren Worten versicherte der britische Außenminister Lord Balfour darin am 2. November 1917 im Namen seiner Majestät, dass London die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina mit Wohlwollen betrachte und fördern werde.
Eindringliche Warnungen ihrer britischen Kommandanten in Palästina hatte die Regierung dabei in den Wind geschlagen. Es bestehe für das Empire kaum eine Chance, prophezeiten die Militärs den Politikern, aus dem Konflikt zwischen Juden und Arabern heil herauszukommen. Sie sollten Recht behalten.
Schon ein Fußball, den im Februar 1929 ein jüdischer Junge in den Vorgarten eines Arabers gekickt hatte, löste ein Pogrom aus, dem fast hundert Juden zum Opfer fielen. »Siedlung - Arbeit - Wacht« fasste Martin Buber, der bekannteste deutsche Zionist, den Alltag in Palästina zusammen.
Es sollte für beide Seiten noch weit schlimmer kommen: Die Judenverfolgung durch den Antisemiten Adolf Hitler in Deutschland kostete sechs Millionen Menschen das Leben. Auf der Flucht vor dem Holocaust landeten Hunderttausende Einwanderer an der östlichen Levante-Küste. Der jüdische Grundbesitz stieg rapide. Aufkäufer erwarben zwischen 1940 und 1947 rund 33 000 Hektar Land, den größten Teil davon außerhalb jener Gebiete, die London den Juden zugewiesen hatte.
Jüdische Terrorkommandos räumten auf, wo sich Araber oder Briten in den Weg stellten. Zionisten-Führer wie Wladimir Jabotinsky von der »Jüdischen Liga« machten aus ihrem Hass auf die Muslime keinen Hehl. Sie waren für ihn nichts als »Päderasten, Bastarde«. Zu den glühendsten Anhängern Jabotinskys gehörte damals der spätere Premier Menachem Begin.
Es war Begins Untergrundgruppe »Irgun«, die den Briten den härtesten Schlag versetzte. Bei ihrem Bombenanschlag im Juli 1946 auf das King-David-Hotel in Jerusalem, in dem die Mandatsverwaltung residierte, starben 90 Menschen - und wohl auch die Hoffnung Londons, den blutigen Konflikt beenden zu können.
Britische Versuche, die Judäisierung Palästinas mit Seeblockaden und Massendeportationen zu bremsen, waren ohnehin fehlgeschlagen. Die Irrfahrt des legendären Flüchtlingsschiffes »Exodus« im Sommer 1947, dessen ausgemergelte Passagiere die Briten ausgerechnet nach Deutschland zurückschickten, brachte die Weltmeinung sogar ganz entscheidend auf die Seite der Zionisten. Wenig später beschloss die Uno, Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat zu teilen.
Die Stunde des größten zionistischen Triumphes leitete zugleich eine der blutigsten Phasen in der Geschichte des Heiligen Landes ein. Mit der Ausrufung des Staates Israel durch den späteren ersten Premierminister David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 erklärten die arabischen Länder dem »zionistischen Gebilde« den Krieg. Sie ahnten nicht, dass sie damit ihre palästinensischen Brüder und Schwestern in jenes Flüchtlingselend stürzten, von dem die Lager im Libanon, in Syrien und Jordanien noch heute zeugen.
Was das eine Volk seither als Unabhängigkeitstag feiert, betrauert das andere jedes Jahr als »Nakbah«, als nationale Katastrophe. Seit diesem Krieg, so der Zionismus-Forscher Brenner, sei der »Streit zwischen Palästinensern und Juden um die politische Anerkennung auch ein Kampf um die Leiden der Vergangenheit«.
Es könne keinen Frieden zwischen den Völkern geben, meinen selbst vergleichsweise gemäßigte Palästinenser wie der in New York lebende Schriftsteller Edward Said, »bis die Schuld der israelischen Politik anerkannt ist: die Enteignung, die Unterdrückung und der Raub am palästinensischen Volk«.
Im kollektiven Gedächtnis Israels aber wurden Massaker in Palästinenser-Dörfern wie die von Deir Jassin oder Lydda verdrängt. Premier Ben-Gurions Befehl zur Vertreibung der Araber wurde von der israelischen Zensur aus dessen Biografie gestrichen. Erst mit der Friedenseuphorie Mitte der neunziger Jahre wagten kritische Historiker wie Tom Segev und Benny Morris einen Angriff auf die zionistischen Helden von einst.
Getrieben von der Urangst vor Vernichtung und zugleich berauscht von ihren militärischen Erfolgen, tappten die jungen Feldherren nach dem »Befreiungskrieg« in eine regelrechte Expansionsfalle. Erzzionisten wie der heutige Premier Scharon verstiegen sich - mal als Vergeltung, mal zur Prävention - zu immer neuen Militäraktionen gegen die arabischen Nachbarn. Die führten 1956 zum Krieg mit Ägypten um den Suez-Kanal. Doch die Offensive brachte keinen Landgewinn, weil sich Israel auf Druck der USA und der Sowjetunion wieder zurückziehen musste.
Vergrößern konnte sich Israel erst 1967 mit dem durch Zwischenfälle an der Grenze zu Syrien und Drohungen aus Ägypten ausgelösten Sechstagekrieg. Damit aber wurde der junge Staat 70 Jahre nach dem Zionisten-Kongress von Basel, auf dem die Opfer von Diktatur und Unterdrückung den Aufbruch in eine bessere Welt proklamiert hatten, selbst zu einem Unterdrücker.
Während auf Seiten der Palästinenser islamistische Fanatiker anfangs kaum eine Rolle spielten, sondern allein Arafats säkulare, eher linksradikale PLO das Unrecht der Besatzung mit Flugzeugentführungen und Terroranschlägen der Weltöffentlichkeit grausam ins Bewusstsein rief, bekamen die frommen Fundamentalisten auf jüdischer Seite bereits regen Zulauf.
Bei vielen Israelis setzte der Sieg die Überzeugung frei, dass sich Gottes Pakt mit seinen Auserwählten erneut offenbart hatte. In dem religiösen Fundamentalismus sehen Experten wie Barbara Schäfer vom Institut für Judaistik an der Freien Universität Berlin eine »Deformation des Zionismus«.
Statt das eroberte Westjordanland in Verhandlungen mit den Palästinensern gegen einen Frieden einzutauschen, wurden die neuen Gebiete besiedelt. Die Weigerung der arabischen Seite, Israel anzuerkennen, schien die Okkupation zu legitimieren. Mit der Wiedervereinigung Jerusalems, schwärmte ein sonst so nüchterner Politiker wie Israels damaliger Außenminister Abba Eban, sei »ein Volk zur Wiege seiner Geburt zurückgekehrt«.
Die militärisch wie moralisch verheerenden Folgen erkannten nur wenige, darunter der Philosoph Jeschajahu Leibowitz: »Wir haben den Sechstagekrieg am siebten Tag verloren«, mahnte der streng gläubige Jude, »als wir beschlossen, die besetzten Gebiete nicht zurückzugeben.« Der Versuch, im Westjordanland und im Gaza-Streifen damals etwa 700 000 Palästinenser in Schach zu halten, markierte denn auch den Anfang vom - vorläufigen - Ende einer der erstaunlichsten Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahrhunderts:
Im Oktoberkrieg 1973 verlor Israel durch den Überraschungsangriff Ägyptens und
Syriens seinen Mythos der Unbesiegbarkeit. Gegen die 1987 ausgebrochene erste Intifada, damals noch vor allem ein Aufstand Steine werfender Palästinenser-Kinder, kam die hoch gerüstete israelische Armee nicht an - wieder einmal konnte sich David gegen Goliath behaupten.
Und seit den blutigen Ostertagen droht der erbitterte Feldzug Scharons gegen den nicht enden wollenden palästinensischen Terror Israel auch noch um seine Ansätze von Integration in die Region zu bringen: die Friedensabkommen mit den arabischen Nachbarstaaten Jordanien und Ägypten, dem Premier Begin 1979 den Sinai zurückgegeben hatte.
Doch das alles scheint den finster entschlossenen Premier nicht zu interessieren. Ganz im Sinne von Zionisten wie Jabotinsky gab er in der Knesset bereits die Parole aus: »Von nun an verlassen wir uns nur noch auf uns selbst.«
Dann allerdings könnte der jüdische Staat schon bald ziemlich allein dastehen. Ein Theodor Herzl hätte daran bestimmt keine Freude.
DIETER BEDNARZ, CAROLIN EMCKE,
HANS HOYNG
* Raffael-Fresko aus dem 16. Jahrhundert.* Holzstich nach einer Zeichnung von Gustave Doré 1865.* Französische Miniatur aus dem 15. Jahrhundert.* Oben l.: arabische Soldaten im israelischenUnabhängigkeitskrieg 1948; r.: israelische Offiziere Scharon,Mosche Dajan und Ezer Weizman (r.) im Sechstagekrieg 1967; untenl.: Soldaten, Zivilisten bei Giftgasalarm während des Golfkriegs1991 in Tel Aviv; r.: ägyptische Kriegsgefangene, Bewacher währenddes Jom-Kippur-Kriegs 1973.