Gott oder Teufel - DER SPIEGEL
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Briefe

Gott oder Teufel
• aus DER SPIEGEL 1/2001
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Gott oder Teufel

Nr. 51/2000, Jugend: Die unheimlichen Selbstmorde von Klietz

Ihr Beitrag hat mich sehr erschreckt. Ich selbst befasse mich seit etwa sieben Jahren mit dieser Art von Musik (als Konsument) und kann nur staunen über das, was Sie als »bundesweit in der schwarzen Szene gängige Praxis« bezeichnen. Ich bin kein eingefleischter Szenekenner, doch sind mir kannibalisch anmutende Bluttrinkrituale noch nie begegnet. Ich bin auch der Meinung, dass die meisten Anhänger der Gothic-Szene sich einfach nur gern die Musik anhören und nicht samt und sonders Fälle für die Forensik sind oder als Konjunkturmotor für das Bestattungsgewerbe dienlich sein wollen.

KARLSRUHE THORSTEN MOHR

Da kann man nur Martin Luther zitieren: »Der Mensch wird immer geritten; wird er nicht von Gott geritten, so wird er vom Teufel geritten.«

PFULLINGEN (BAD.-WÜRTT.) DR. FRIEDRICH BURRER

Was das Thema »Satanismus und Selbstmord« betrifft, mag vieles zutreffen. Wer schwarze Kleidung trägt, zählt aber noch lange nicht zu den Satanisten! Für »Goths« zählt nur die meist melancholische und mythische Stimmung. Dabei kommt auch häufig das Thema Tod vor, jedoch wird es in ähnlicher Weise benutzt, wie es Künstler im 18. Jahrhundert in der Romantik taten. Auch das »Wave-Gotik-Treffen« in Leipzig ist keine Love-Parade für Satanisten ("schwarze Jünger"), sondern eine Veranstaltung von Künstlern, die zeigen, dass es nicht nur Sommerhits in dieser einheitlichen Partywelt gibt! »Gothic« ist kein Zustand für soziale Absturzfälle, sondern eine durchaus schöne Alternative!

SCHNEVERDINGEN (NIEDERS.) TIMO KLOSS

Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen und habe mich doch ziemlich darüber ärgern müssen. Die so genannte Schwarze Szene ist ja dank ihrer eigentlichen Friedlichkeit immer gut für Themen wie Satanismus, Suizid, SM, Grabschändung oder auch politischen Radikalismus. Die Szene ist ein Eintopf aus Anhängern unterschiedlichster Musik- und Lebensstile von Gothic über Romantik, Ritual, Avantgarde und Neofolk bis zu Electro, Industrial, Noise und Synthiepop. So unterschiedlich diese Musikrichtungen sind, so unterschiedlich sind auch die Leute. Und: Die allermeisten haben mit dem Klischee des teufelsanbetenden, friedhofsschleichenden Gruftis nichts zu tun!

LANDAU (RHLD.-PFALZ) THOMAS KALCKBRENNER

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