Grand - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 2 / 49

Grand

• aus DER SPIEGEL 47/1948
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Berliner Grand mit den großen Vieren wurden neue Karten ausgespielt. UNO-Sekretär Trygve Lie und der Präsident der Vollversammlung Herbert Evatt schrieben einen Brief an Stalin, Truman, Attlee und Queuille. Sie wiesen darin auf den einstimmigen Beschluß der Vollversammlung hin, die Bemühungen um die Beilegung des Berliner Streitfalles zu erneuern. Lie und Evatt erhielten dafür nachweislich zahlreiche Dankschreiben aus aller Welt. Aus Moskau kam ein freundlicher Brief, in dem festgestellt wurde, Rußland habe bereits zur Beratung der Berliner Frage und gesamtdeutscher Probleme die Einberufung des Außenministerrates vorgeschlagen. Die sowjetische Regierung nehme noch immer den gleichen Standpunkt ein. Auch die drei Westmächte zeigten in ihren Antwortschreiben reservierte Verhandlungsbereitschaft. Ihre Vorbedingung: Aufhebung der Blockade. Die Berliner Frage werde solange nicht vom Sicherheitsrat zurückgezogen werden, wie die Blockade existiere. Es bleibt also vorläufig alles beim alten. Der gemeinsame Schlichtungsbrief trug das Unglücksdatum 13. November. Lie und Evatt verfaßten am 17. 11. einen neuen Appell.

+
Der einmal abgewiesene UNO-Mittler Juan Bramuglia will den heißen Berliner Pfannkuchen noch ein zweitesmal servieren. Nach seinem neuen Versöhnungsvorschlag soll die stufenweise Einführung der Ostmark als einzige Währung in Berlin mit einem stufenweisen Abbau der Blokkade gekoppelt sein. Eine Kommission des Sicherheitsrates soll überwachen, daß die beschlossenen Maßnahmen auch von beiden Seiten durchgeführt werden.

Zur Ausgabe
Artikel 2 / 49