Graue Pantherin - DER SPIEGEL
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Am Rande Graue Pantherin

• aus DER SPIEGEL 4/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jutta Limbach, derzeit am Bundesverfassungsgericht tätig, wird künftig Präsidentin des Goethe-Instituts. Das ist eine schöne Nachricht für Frau Limbach.

Für alle anderen stellt sich die Frage: Wieso eigentlich? Weil sie vor zwei Jahren nicht Bundespräsidentin geworden ist und deshalb mit irgendetwas entschädigt werden muss?

Limbach ist jetzt 67, die Ausrede »Ich war jung und brauchte das Geld« wird ihr also niemand abnehmen, wenn sie dereinst gefragt wird, warum sie sich nicht, wie andere Pensionäre, mit Butterfahrten und kleinen Laubsägearbeiten vergnügt. Zumal die Stelle noch nicht einmal besonders hoch dotiert ist.

Immerhin: Präsident des Goethe-Instituts ist eine angenehme Tätigkeit, jedenfalls wenn man damit leben kann, dass gelegentlich eine Filiale geschlossen wird. Die eigentliche Arbeit erledigt ohnehin jemand anderes.

Nur: Wenn die Anforderungen nicht so schrecklich hoch sind, dann hätte sich doch bestimmt auch jemand finden lassen, der genauso wenig qualifiziert, dafür aber diesseits der Pensionsgrenze ist.

So wie bei Kurt Biedenkopf in Sachsen: Der macht jetzt auf Altersteilzeit. Ministerpräsident wird ein Jüngerer, Biedenkopf behält seinen Job als Abgeordneter und kann sich mehr um seine reizende Frau kümmern. Was, bei Lichte betrachtet, auch eine anspruchsvolle Aufgabe ist.

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