Grimme
Der Generaldirektor des NWDR liebte wieder einmal, im Grimme dreinzuschauen ("Gorm Grymme heißt er drum«, Fontane). Er verfügte die fristlose Entlassung des früher von ihm selbst in die Stelle des kommissarischen Intendanten hereinprotegierten Herbert Blank, ohne den Beschuldigten vorher zu hören, und dokumentierte einmal mehr seine Mißeignung zum Chef eines Unternehmens. »Selbst bei der Gestapo hat man mich drei Tage verhört«, bekundete Grimmes Zuchthaus-Genosse Blank, der sein Volksgerichtshofsurteil - 4 Jahre und 5 Monate Zuchthaus - gerade aus der Ostzone geschickt bekommen hatte. Blank stritt die ihm zur Last gelegten Aeußerungen - der NWDR sei kommunistisch durchsetzt und anderes mehr - ab. Gleichwohl drückte ihm der aus Berlin herbeigeholte Grimme-Stellvertreter, technischer Direktor Dr. Nestel, das Kündigungsschreiben in die Hand. Zwei Tage später, und Blank hätte sich - nach etwa vierjähriger Tätigkeit am NWDR - das Recht auf Altersversorgung erdient. Grimme selbst weilte in England. Wegen Goethe.