FRANKREICH Grüne in Not
Rund ein Jahr nach der verheerenden Wahlniederlage der Linken erleiden die französischen Grünen einen lebensbedrohlichen Aderlass. Die Partei hat über ein Viertel ihrer Mitglieder verloren und zählt nur noch wenig mehr als 7000 eingeschriebene Anhänger. Zwischen 1997 und 2002, als die Grünen in der Linkskoalition unter dem sozialistischen Premier Lionel Jospin mitregierten, hatte sich die Zahl der Mitglieder dagegen verdoppelt. Der Schrumpfprozess hat viele Ursachen: sektiererische Flügelkämpfe, eine unklare politische Orientierung, persönliche Rivalitäten und eine kaum sichtbare Führung unter dem weitgehend unbekannten Parteichef Gilles Lemaire. Der rapide Absturz gefährdet den Plan der Sozialisten, nach deutschem Vorbild eine strategische Koalition zwischen Rot und Grün zu schmieden, um der konservativen Übermacht unter der rechten Einheitspartei UMP ein Gegengewicht entgegensetzen zu können. Jetzt fürchten die Grünen, bei den Regional- und Europawahlen im nächsten Jahr vollends unterzugehen.