Haarschaft - DER SPIEGEL
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Briefe

Haarschaft
• aus DER SPIEGEL 18/1949
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Haarschaft

Ihren Artikel »Absteigender Ast« (Nr 14/49) habe ich mit besonderem Interesse gelesen, denn auch mir war Schäfer Ast kein Unbekannter. Der von Ihnen geschilderte Zulauf an Kunden aus allen Gebieten Deutschlands ist richtig.

Ich habe mich seit Jahren mit der Frage beschäftigt, ob überhaupt eine Haardiagnose möglich sei oder nicht und bin zu folgenden Feststellungen gekommen:

Es steht fest, daß das menschliche Haar durch äußere Einwirkungen, sei es durch Witterungseinflüsse oder Temperaturschwankungen anspricht. Auch innere organische Leiden beeinflussen unbedingt das Haar in verschiedener Form. Hierauf näher einzugehen, würde ein ganzes wissenschaftliches Werk füllen. Nur eines sei gesagt, daß bei gleichen Leiden mehrerer Personen auf Grund eingehender mikroskopischer und prognostischer Untersuchungen nirgends ein einheitliches Bild zu finden war, das auf eine bestimmte Erkrankung hinwies.

Einzig und allein steht fest, daß bei fieberhafter Erkrankung der Haarschaft sich während der Fieberperiode verengt, aber nach Abklingen der Temperatur sofort wieder normal nachwächst. Diese Verengung im Haarschaft verbleibt, so daß an dieser Stelle später der genaue Beginn und die Dauer des Fiebers zu ermitteln ist, aber nicht die Art der Erkrankung.

Hamburg

C. BEKKER

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