Halali
Im Jagdschloß Niederwald blus die dritte trizonale Ministerpräsidentenkonferenz das Halali für die Kommission zur Ueberprüfung der Ländergrenzen. Der Vorschlag über die Zusammenlegung der Länder Württemberg-Baden, Süd-Baden und Süd-Württemberg-Hohenzollern wurde gegen die Stimme des badischen Staatspräsidenten Leo Wohleb angenommen. Hamburgs Oberbürgermeister Brauer erklärte, damit könne man den Grenzüberprüfungsausschuß jetzt wohl zu den Akten legen. Brauer hat keine Lust, von Schleswig-Holstein geschluckt zu werden. Auch Bremen bangt um seinen Stadtstaat. Bayern will die Pfalz nicht verlieren und Nordrhein nicht das südliche Rheinland. Niedersachsen-Kopf bemerkte zu der allgemeinen Bereitwilligkeit, den Grenzänderungs-Ausschuß vor dem letzten Termin der Militärregierung (15. Oktober 1848) aufzulösen, es sehe so aus, als hätten »die Leute Angst, ihre Posten zu verlieren«. Max Brauer und Württemberg-Hohenzollerns Innenminister Dr. Viktor Renner mußten als Sprecher der Konferenz nach Wiesbaden fahren, um dort den drei Beauftragten der Militärgouverneure zu rapportieren. Zum Jagdschloß Niederwald wollte der französische Beauftragte La Loy nicht kommen. Es liegt ihm zu dicht am 1871er Niederwalddenkmal.