Halber Lohn? - DER SPIEGEL
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BÜNDNIS FÜR ARBEIT Halber Lohn?

• aus DER SPIEGEL 49/1998
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bonner Kanzlerrunden mit Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden, bislang als »Bündnis für Arbeit« im Gespräch, heißen künftig »Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit«. Das ist ein Zugeständnis der Regierung an die Arbeitgeber, die schon in der ersten Runde am 7. Dezember ihre Generalkritik an den ersten SPD-Gesetzen loswerden und Korrekturen an der geplanten Steuerreform einfordern wollen. Strittig ist auch die Lehrlingsausbildung. So will die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordern, daß Unternehmen künftig die Gehälter ihrer Lehrlinge um bis zu 50 Prozent kürzen dürfen, wenn sie dafür mehr Auszubildende einstellen. Bonn müsse das Berufsbildungsgesetz entsprechend ändern, mahnt Barbara Dorn aus der BDA-Geschäftsführung. Bisher dürfen Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern höchstens 20prozentige Abschläge beim tariflich festgelegten Lehrlingslohn akzeptieren. Bei den heftig kritisierten Bonner Plänen zur Frühverrentung, die Arbeitsminister Walter Riester zum Kernthema der Gespräche machen will, bahnt sich hingegen eine Verständigung an: Die Gewerkschaften fordern nicht mehr generell »Rente ab 60«, sondern preisen die umstrittenen Tariffonds als Ergänzung zur betrieblichen Altersvorsorge. Daran sind auch die Arbeitgeber interessiert. Würden solche Fonds von den Beschäftigten finanziert, damit Ältere früher ausscheiden können, sei dies »ein Akt der Solidarität« und ein »sinnvolles Instrument der Beschäftigungspolitik«, sagt Ludolf von Wartenberg, Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie. Nach der ersten Runde sollen weitere Spitzentreffen im Januar, März und Mai nächsten Jahres folgen.

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