Hans Ehard
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DER SPIEGEL 26/1961
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Hans Ehard, 73, bayrischer CSU-Ministerpräsident, nahm den Mund voller als er vertragen konnte. Seine Staatskanzlei hatte dem »Münchner Merkur« vor der Bamberger »Staatspolitischen Tagung der Gemeinschaft der katholischen Männer Deutschlands« eine Rede Ehards angepriesen, in der Ehard die jüngsten Angriffe Adenauers auf den Föderalismus geißeln wollte. Der »Merkur« lobte in einem Vorkommentar (« ... machte Ehard unmißverständlich klar") den Mut des bayrischen Staatsoberen. Einen Tag später mußte der Kommentator eingestehen, daß die Zivilcourage Ehards nicht ausgereicht hatte, den Bonner Gewaltigen zu tadeln: Ehard hatte sich in Bamberg nicht an, sein Manuskript gehalten und auf die Adenauer-Schelte verzichtet.