Hans Meiser
Hans Meiser, 72, evangelischer Landesbischof von Bayern, benutzte die Ansbacher Synode seiner Landeskirche, um für die evangelische Bevölkerung einen gebührenden Anteil an der obersten Leitung des (bayerischen) Staates zu fordern. Er sagte den 85 Synodalen, es bestehe »ein Mißtrauen, das von evangelischer Seite immer wieder Nahrung findet, nachdem bis zur Stunde im bayerischen Kabinett kein einziger Minister evangelischer Konfession vertreten ist«. Hans Ehard, 65, schien diese Behauptung nicht ganz zu stimmen. Er erinnerte sich seiner SPD-Minister Zietsch (Finanzen) und Oechsle (Arbeit und Soziale Fürsorge), die nicht katholischen Glaubens waren. Also ließ er die Öffentlichkeit wissen, daß zwei Kabinettsmitglieder evangelisch seien. Das evangelisch-lutherische Kirchenamt Meisers nahm ihm das nicht ab. Darauf mußte Ehard zugeben, daß Zietsch und Oechsle zwar evangelisch erzogen, später aber aus der Kirche ausgetreten seien.