GROSSBRITANNIEN Happy End in Windsor
Der europäische Hochadel ist maulig und fast komplett daheim geblieben, auch der Volksjubel hält sich stark in Grenzen. Nur ein paar tausend Herzens-Monarchisten sind nach Windsor gepilgert, um der betrüblich glanzlosen Hochzeit des Thronfolgers Charles mit seiner Langzeit-Geliebten Camilla Parker Bowles beizuwohnen. Die nervöse Braut trägt ein elfenbeinfarbenes Ensemble aus Kleid und Mantel. Der dazugehörige Kopfputz erinnert kritische Beobachter an ein Vogelnest. Bereits 35 Jahre sind die beiden ein Liebespaar. Bis zuletzt freilich haben die Briten der als »Rottweiler« geschmähten Braut nicht verziehen, dass sie die Ehe des Prinzen mit der unglücklichen Diana ruinierte. Auch Königin Elizabeth hatte sich lange energisch gegen die Mesalliance gesträubt. Der standesamtlichen Trauung bleibt die frostige Herrscherin fern. Immerhin schenkt sie, wie Augenzeugen berichten, am Hochzeitsbüfett der Braut mit »säuerlichem Lächeln« ein »beifälliges Nicken« und spricht in einer Festrede lakonisch: »Mein Sohn hat die Verbindung zu der Frau, die er liebt, in trockene Tücher gebracht.« Größeres Interesse bekundet die Queen jedoch dem Verlauf des berühmten Pferderennens Grand National, das mit dem Sieg des Galoppers »Hedgehunter« endet.