HARMLOSER TELEMANN - DER SPIEGEL
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Briefe

HARMLOSER TELEMANN
• aus DER SPIEGEL 49/1958
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

HARMLOSER TELEMANN

Was Herr Telemann über Standphotos nach dem Ableben einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens verzapft, ist - gelinde gesagt - Nonsens. Es deutet an, daß Telemann sich überhaupt nicht um eine Unterrichtung bemüht hat. Beim Ableben von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden im deutschen Fernsehen meist keine bewegten Bilder dieser Verstorbenen gezeigt, solange sie nicht die Erde deckt. Dies, wertgeschätzte Herren, hat etwas mit Takt zu tun.

Berlin

MARTHA LANGE

Harmlosigkeit, dein neuer Name ist Telemann. Das ist genau das dumme Geharfe, das rein gar nichts ausrichtet gegen die eisernen Stirnen der viertelsgebildeten Erfolgs-Rabauken. Sagt Ludwig Börne: »Was hilft es, hier von den feinsten Worten ein Filigran zu flechten, ein Drahtnetz für Mückenseelchen? Fein tun mit solchen plumpen Tieren, unter Scherz und Lachen Kirschkerne schnellen gegen solche Elefanten, wie lächerlich!«

Köln

GERD HEINEN

Ich frage mich, welche Funktionen auf Schoppen-Höfer noch warten. Unter dem Motto »Laßt mich auch den Löwen spielen!« ist dieser Tele-Pathetiker mittlerweile Chef einer Reihe von Sendereihen geworden, wie »Zwischen Rhein und Weser«, »Echo des Tages«, »Männerfragen - Frauensorgen«, des Fernsehregionalprogramms »Hier und Heute«, des Journalisten-Frühschoppens, eines kitschigen Fünftagebuches (in einer kleinen westdeutschen Zeitung). Ich muß mich fragen, wann Herr Höfer im WDR auch noch die Wettermeldungen ansagt.

Duisburg

FRAU I. NOWAK

Wenn Herr Höfer schon einmal durch seinen Beruf - vor allen Dingen durch seine Berufung zu diesem Beruf - »an der Quelle« sitzt, ist es verständlich, daß er etwas für seine nächsten Angehörigen tut. Wer würde das nicht tun? Die Art Ihres Telemann gefiel mir nicht.

Oldenburg

W. BREDENHORN

Verleger

Vielleicht gelingt es dem SPIEGEL via Telemann durch stetige Nadelstiche doch noch, das deutsche Fernsehprogramm aus dem eingefahrenen Gleis zu drücken. Schön war's ja, oder sollen wir uns alle Antennen mit Richtung Ost montieren, um ausweichen zu können?

Hannover

GÜNTHER SAIGGE

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