SPORT Harte Geschosse
Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) weigert sich, in ihrer Spielklasse die Sicherheitsvorschriften nach der deutschen Norm für Eisstadien anzuwenden. Zuletzt hatte es einige Unfälle gegeben, bei denen Zuschauer von einem in die Ränge fliegenden Puck verletzt wurden. Im März traf bei einem Heimspiel des DEL-Clubs Hamburg Freezers die Hartgummi-Spielscheibe eine Frau am Kopf. Sie erlitt einen Kieferbruch. Das Hamburger Landgericht gab ihrer Schmerzensgeld-Klage gegen die Freezers statt. Die Zuschauer, heißt es im Urteil, müssten gemäß DIN 18036 - ähnlich wie auf den Plätzen hinter den Toren - auch auf den längsseitigen Tribünen durch Fangnetze vor den unvermeidlichen Geschossen geschützt werden. Während der Deutsche Eishockey-Bund, zuständig für die zweite und dritte Liga, nun erwägt, die DIN-Vorschriften in seine Satzung einzubauen, bleibt die für die erste Liga zuständige DEL-Gesellschaft unbeeindruckt. Ziehe man um das gesamte Spielfeld ein Netz, »kommt kein Mensch mehr ins Stadion«, findet DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Man wolle sich weiter an die internationalen Verbandsregeln halten. In denen spiele die deutsche Norm keine Rolle.