Hatz - DER SPIEGEL
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Hatz

• aus DER SPIEGEL 33/1950
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ganze neun von fünfzehn kommunistischen Zeitungen haben die bundesrepublikanische Kommunisten-Hatz bisher überleben können. Die übrigen sechs blieben mit alliierten Blattschüssen auf der Strecke. Gesamtdeutscher Minister Jakob Kaiser hat eine Liste illegaler KP-Tarnorganisationen zusammenstellen lassen, gegen die er vorgehen will. Als Stütze dient Artikel 9, Absatz 2 des Grundgesetzes.*) An ein Verbot der KPD selbst ist in keinem Falle gedacht. Weil sie es so gerne möchte.

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Zur Zeit gibt es in der Bundesrepublik 16 kommunistische Tageszeitungs- oder Wochenblattverlage. Der kommunistische Anteil an der in der Bundesrepublik herausgegebenen Tagespresse betrug vor der Währungsreform 16 Prozent. Bis heute ist er unter 2 Prozent gesunken.

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Die Gewerkschaften an der Ruhr haben ihren letzten KP-Chef verloren. Willi Agatz, bisher stellvertretender Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, wurde verabschiedet. Er hatte versucht, in Reden, Flugblättern und Zeitungsartikeln die Bergarbeiter gegen die eigene Gewerkschaft zu mobilisieren. Auf Zeche »Rheinbaben« verlangte er die Siebenstundenschicht, auf Zeche »Stein V« inszenierte er einen wilden Streik. Der Gesamtvorstand in Bochum meinte, Agatz habe direkte Befehle von Walter Ulbricht ausgeführt. Darum sei es höchste Zeit, ihn von seinem gutbezahlten Gewerkschaftsangestellten-Sessel abzusetzen.

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