Hauptstadt bedroht - DER SPIEGEL
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KOLUMBIEN Hauptstadt bedroht

• aus DER SPIEGEL 6/2002
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Im Andenstaat Kolumbien nimmt der Bürgerkrieg verheerende Dimensionen an. Überfälle und Bombenanschläge erschüttern das Land; etwa 100 Menschen starben dabei allein in den letzten drei Wochen. Erstmals versuchten Rebellen der marxistischen Guerrillaorganisation Farc (Bewaffnete Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens), die Hauptstadt Bogotá von der Wasserversorgung abzuschneiden. Doch die Sprengung einer großen Rohrleitung, die zu den Staudämmen im nahen Gebirge führt, misslang. Nun kommt die Regierung des kolumbianischen Präsidenten Andrés Pastrana aber auch durch das benachbarte Venezuela unter Druck: Truppen der dortigen Armee sickern nach Kolumbien ein. Videoaufnahmen, die ein venezolanischer Offizier machte, zeigen Kommandanten der Farc, die sich auf kolumbianischem Boden mit Militärs aus Venezuela verbrüdern. Pastrana wirft Venezuelas linkspopulistischem Präsidenten Hugo Chávez vor, schon länger Beziehungen zu den Guerrilleros zu pflegen. Die Rebellen nutzen Venezuela als Ausweichgebiet und schmuggeln Waffen und Kokain über die Grenze. In Bogotá soll unterdessen Pastrana erwägen, den Belagerungszustand auszurufen.

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