HAUSFREUNDE - DER SPIEGEL
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Briefe

HAUSFREUNDE
• aus DER SPIEGEL 26/1961
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HAUSFREUNDE

Unglaublich, daß Hans Kapfinger als Belohnung für seine guten Beziehungen zu CSU-Boß Strauß 25 Prozent des Stammkapitals der Finanzbau-Aktiengesellschaft (Fibag) erhält, die unseren Übersee-Beschützern 5434 Komfortwohnungen bauen will. Der clevere Verleger veranlaßt Strauß zu einem 90 -Millionen-Vorschuß und verhilft dem Beinahe-Architekten Schloß zu rund sechs Millionen Mark Honorar. Ein feines Trio.

Duisburg KURT MEISTER

Laut Artikel 7 des Architektengesetzes vom Januar 1954 (für das Land Bayern) bin ich an sich berechtigt, den Titel Architekt zu führen. Das Gesetz regelt als Übergangslösung die Fälle der Kriegsjahrgänge, die ihre Studien nicht zu Ende führen konnten. So ergibt sich, daß ich als Architekt seit sieben Jahren selbständig tätig sein konnte und zum Beispiel für das Universitäts-Bauamt München sowie für die Finanzbauämter Münchens und anderer Städte gearbeitet habe. Ich war an dem Wiederaufbau der ersten und zweiten Universitätsfrauenklinik und der Dermatologischen Klinik mit tätig. Für das Finanzbauamt München war ich als selbständiger Bauleiter im Kasernenbau eingesetzt. Außerdem arbeitete ich für eine Dienststelle des US -Hauptquartiers in Nürnberg, wobei laut Zeugnis »die Resultate äußerst zufriedenstellend« waren: Im Zuge meiner Entwicklung wurde ich in Zusammenarbeit mit internationalen Architektenbüros mit weiteren Aufgaben betraut. So wurde ich vom US-Hauptquaitier in Frankreich eingeladen, mich an dem Wettbewerb für die Planung von 3090 Wohneinheiten zu beteiligen.

Die Frage meiner beruflichen Situation wäre wohl kaum zur Debatte erhoben worden, befände ich mich nicht ausgerechnet in der Lage, in dem im SPIEGEL beschriebenen US Housing Program mit Herrn Dr. Hans Kapfinger als liiert dazustehen. Im übrigen bin ich auf diese Art und Weise auch Kreisen der CSU lediglich geschäftlich nahe gekommen.

München - LOTHAR SCHLOSS

Die von Ihnen angedeuteten Prozesse wegen der hohen Beteiligung Kapfingers am Stammkapital der »Fibag« führe ich schon seit Monaten mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft, Herrn Paul Helmut Seifert, zugleich Inhaber der Firma von Steinmeister & Co. in Hamburg. Mein in dieses Geschäft investiertes Bargeld beläuft sich auf mehr als 50 000 Mark. Die mir entstandenen Gesamtschäden bewegen sich zunächst in sechsstelligen Zahlen. Selbst, mein frühzeitiger Distanzierungsversuch aus dieser Affäre zog meine anderen, normalen Geschäftsinteressen doch - oder erst recht - in Mitleidenschaft.

Schwey-Lichtenfels (Ofr.) K. W. BRAUN

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