Heide Simonis,
55, SPD-Ministerpräsidentin in Schleswig-Holstein, erhielt rechtzeitig vor dem zehnten Todestag von Franz Josef Strauß ein heiteres Angedenken an den Bayern. Der Vorstand des Aachener Karnevalsvereins (AKV) brachte, von Simonis zum Besuch geladen, als Gastgeschenk einen Franz-Josef-Strauß-Sessionsorden mit. Die Plakette zeigt einen breit lachenden Strauß als bayerischen Löwen samt weißblauen Bierhumpen. Die Plakette war überflüssig geworden, nachdem Strauß noch vor der Verleihung des »Ordens wider den tierischen Ernst« an ihn im Oktober 1988 gestorben war. Die Strauß-Orden wurden anschließend bis auf wenige Exemplare vernichtet. Die sozialdemokratische Schnellsprecherin ("Die Bundesrepublik ist noch nicht reif für eine Bundeskanzlerin"), im Frühjahr selbst vom AKV mit dem »Orden wider den tierischen Ernst« geehrt, kramte gerührt in ihren Strauß-Erinnerungen. Im Bundestag sei sie immer ins Plenum gelaufen, wenn der Bayer das Wort ergriff: »Er hatte immer Sprüche drauf, über die wir lachen mußten.« Oder auch diese Reminiszenz, als sie einmal mit Strauß im Fahrstuhl steckenblieb: »Das war nicht leicht für den Franz Josef in der stickigen Luft dort.«