Heide Simonis,
51, schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin, erhielt reichen Lohn für ihre landesweit bekannte Sparsamkeit. Die Lübecker Senatskanzlei hatte die Kieler Staatskanzlei per postbeförderter Rechnung (Porto: eine Mark) zur Zahlung von neun Mark Telefongebühren aufgefordert. Die Kosten waren bei einer in der Hansestadt abgehaltenen Kabinettssitzung ("Hatten wir Ihnen ein Telefon zur Verfügung gestellt") entstanden. Beherzt erklärte Heide Simonis den Vorgang zur Chefsache und überwies, damit die Verwaltungsapparate des Landes und der Hansestadt nicht noch mehr Kosten produzierten, den geforderten Betrag von ihrem Privatkonto. Postwendend schickte Lübecks Bürgermeister Michael Bouteiller einen Zehnmarkschein samt der Bemerkung: »Das soll nicht Deinen Geldbeutel belasten.«