Heide Simonis
Heide Simonis , 61, Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, schnupperte königliche Luft und stellte zufrieden fest, dass die bisweilen ebenso dick sein kann wie in der Politik. Im Rahmen eines Schweden-Besuchs erhielt die Kieler Sozialdemokratin, protokollarisch aus dem Rahmen fallend, eine 30-minütige Audienz bei König Carl XVI. Gustaf, 58, im Stockholmer Stadtschloss. Beim Meinungsaustausch über die Entwicklung des Ostseeraums erfuhr sie schnell, dass königliche Sorgen bisweilen denen einer Landesmutter gleichen. Gut gelaunt erzählte ihr der Monarch von seinen Erfahrungen mit den einheimischen Fischern. Denen hatte der König, als Vorsitzender des schwedischen »World Wide Fund for Nature« angeraten, doch die Fischbestände zu schonen und die Fangquoten freiwillig zu senken. Dafür hatten ihn die Fischer, ohne jede Rücksicht auf königlichen Adel, wüst beschimpft - Erfahrungen, die auch der Kieler Regentin nicht fremd sind. Heide Simonis, die eine Kutter-Demonstration auf der Kieler Förde vor ihrem Amtssitz zu ertragen hatte, musste sich im Streit um den nordfriesischen Nationalpark Wattenmeer von aufgebrachten Küstenbewohnern schon mal sagen lassen: »Frauen wie dich hätten wir früher lebendig im Deich vergraben.«