HELLGESEHEN - DER SPIEGEL
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Briefe

HELLGESEHEN
• aus DER SPIEGEL 8/1959
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HELLGESEHEN

Man möge das Herkommen der Aktivisten der »Deutschen Gesellschaft Schutz vor Aberglauben« (Degesa), vor allem der leitenden Persönlichkeiten, einmal untersuchen. Man möge die Geldquellen ermitteln, aus denen die Degesa ihre Aktivität finanziert - inklusive der von ihr eingeleiteten Gerichtsverfahren ...

Köln

EGON-ARTHUR SCHMIDT

Lektor

Die »Deutsche Gesellschaft Schutz vor Aberglauben« hat aus der gegen sie erlassenen Einstweiligen Verfügung des Landgerichts Berlin folgende Lehre gezogen: Wenn heute, im Zeitalter des Fernsehens und der Atomzertrümmerung, ein gewöhnlicher Sterblicher an Spuk, Hellseherei, Gedankenübertragung, Sterndeuterei und ähnliche okkulte Dinge glaubt, darf man ungestraft von Blödsinn und Aberglauben sprechen und aus vollem Halse darüber lachen. Glaubt aber ein Universitätsprofessor daran oder hält er, um ein Beispiel zu nennen, es für möglich, daß das Stehenbleiben einer Uhr ein kommendes Unheil anzeigt, dann darf man das nicht. Denn dann handelt es sich nicht um Blödsinn und Aberglauben, sondern um ein Produkt »wissenschaftlicher Forschungsarbeit«, das keinen Spott verträgt und unter gesetzlichem Schutz steht. Die »Deutsche Gesellschaft Schutz vor Aberglauben« hatte das bisher nicht gewußt. Sie hat es jetzt zur Kenntnis genommen und wird sich, solange die Einstweilige Verfügung in Kraft bleibt, danach zu richten haben.

Berlin-Nikolassee

H. BRUNNER

Regierungsdirektor i.R.

Eine gute Kombinationsgabe, zusätzlich trainiert, ist zwar kein Hellsehen, wird aber bei denen, die nie alle werden, dafür ausgegeben und auch dafür bezahlt. Echtes Hellsehen ist nie und unter keinen Umständen erwerbsmäßig zu verwerten. Es ist ein natürlicher Vorgang, ähnlich dem Geistesblitz im Gehirn oder dem Regenbogen am Himmel. Weder Befehl noch Wunsch können es herbeizwingen. Es kann sich bei jedem Sterblichen einstellen und ist keine Gabe von Ausnahme-Menschen. Wer es kennenlernt, bei dem ist fortan die Ehrfurcht größer als das Bedürfnis, darüber zu schwätzen.

Frankfurt

HEINRICH JUNG

Professor Bender sei bedankt für seinen Mut! Wer mag sich schon mit derartig suspekten Problemen wie denen der Parapsychologie beschäftigen? In diesen Dingen ein Gericht zu bemühen, ist ein böser Witz! Hat Galilei Unfug getrieben? Wir wollen keine modernen Inquisitoren! Von vornherein zu sagen »Das gibt es nicht, basta!« ist purer Faschismus!

Hamburg 39

WOLFGANG HAASE

cand. med.

Es dürfte interessieren, daß es in Göttingen eine Arbeitsgruppe von Physikern gibt, die sich mit der physikalisch-experimentellen Untersuchung paraphysischer Vorgänge beschäftigt.

Göttingen

KLAUS WAGENER

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